Full text : Konserven und Konservenindustrie in Deutschland

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Luft  überzieht  sich  die  Oberfläche  der  kondensierten  Milch  mit  einer
harten,  besonders  aus  kristallisiertem  Zucker  bestehenden  Kruste-^ird
  diese  entfernt,  so  findet  inan  unter  ihr  die  kondensierte  Milch
n °ch  4  bis  6  Wochen  nach  dem  Öffnen  der  Büchse  fast  unverändert.
Die  kondensierte  Milch  hat  sich  in  den  letzten  Jahren  immer
größeren  Zuspruchs  zu  erfreuen  gehabt  und  wird  namentlich  viel  als
Kindermilch  verwendet.  Sie  besitzt  den  besonderen  Vorzug,  mit  2—3
Teilen  Wasser  versetzt,  stets  von  gleicher  Qualität  zu  bleiben,  was
hei  unkondensierter  Milch  nicht  der  Fall  ist.
Trotz  des  hohen  Preises  (50—55  Pf.  pro  Büchse  im  Kleinhandel), ­
  ist  der  Konsum  bedeutend  gestiegen.  Meistens  sind  die
abriken  für  kondensierte  Milch  mit  Molkereien  verbunden,  doch
hietet  vielleicht  die  Milchkonservenindustrie  ein  dankbares  Gebiet,  um
auc h  andere  Konservenfabriken  in  der  langen  Zeit  des  Jahres,  wo  diese
Letzteren  meist  still  stehen,  auf  zweckmäßige  Weise  zu  beschäftigen.
111  allgemeinen  paßt  die  Milchkonservenindustrie  viel  besser  in  den
Lutrieb  der  Konservenfabriken  als  in  den  der  Molkereien.  Das  Rohprodukt, ­
  die  Milch,  können  die  Konservenfabriken  ebenso  gut  wie
h'e  Molkereien  bekommen,  während  die  ganze  maschinelle  Einrichtu
 »g  in  den  ersteren  viel  besser  ausgenutzt  werden  kann.  Außerdem
Paßt  sich  der  kaufmännisch  viel  mehr  ausgebildete  Handel  in  der
onservenindustrie,  speziell  der  hier  schon  in  vielen  Fällen  im  Gange
ehndliche  Export,  dem  Handel  mit  Milchkonserven  besser  an,  als
derjenige  mit  Butter  und  Käse,  der  in  den  meisten  Molkereien  in
Se hr  einfacher  und  primitiver  Weise  betrieben  wird.
Die  Molkereien  sind  fast  sämtlich  genossenschaftliche  Betriebe,
0  'Ueist  ein  Landwirt  den  Vorsitz  und  sehr  oft  auch  die  oberste
eschäftsleitung  hat.  Daher  ist  es  begreiflich,  wenn  sich  diese  Betr
 iebe  gegenüber  der  Aufnahme  eines  neuen  Zweiges,  der  rein  kaufmännisches ­
  Disponieren  verlangt,  ziemlich  ablehnend  verhalten.
Der  Export  von  kondensierter  Milch  ist  bereits  jetzt  bedeutend.
Einen  bedeutenden  Bedarf  an  kondensierter  Milch  hat  Japan
ai, fzuweisen.  Die  Einfuhr 1 )  an  kondensierter  Milch,  die  einzige  Konserve,
  die  in  der  japanischen  Einfuhrstatistik  einzeln  angeführt  wird,
etrug  nach  Japan:

im  Jahre

Dtzd.  Dosen

Yen 5 )

1903

426  794

979990

1902

377098

863945

igoi

277103

641526

>)  Aus  einem  Privatberichte  d.  Kaiserl.  Generalkonsulats  in  Jokohama  v.  15.  Juni  1904
2 )  1  Yen  =  4.41  M,
            
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