IV. Schluß.
Wir haben im vorstehenden einen Überblick darüber zu geben
versucht, wie sich innerhalb eines Menschenalters, von kleinsten An
fängen aus, veranlaßt und begünstigt durch die besonderen Boden
verhältnisse Deutschlands, eine neue deutsche Industrie, die Herstellung
der Gemüsekonserven, entwickelt hat. Werte von über 8 Milli 011611
Mark werden jährlich der deutschen Landwirtschaft durch die Gemüse
konservenindustrie zugeführt und sie ermöglicht es den Landwirten
aus ihrem Grund und Boden Erträge zu erzielen, die die Ergebnisse
des Weizen- und Zuckerrübenbaues bei weitem übertreffen.
Wenn auch die deutsche Gemüsekonservenindustrie sich aug 611 '
blicklich in einer schwierigen Lage befindet, so ist doch wohl an
zunehmen, daß sie sich durch die angestellten Reformen und Ver
besserungen bald erholen wird. Voraussetzung' ist allerdings hierbet
daß sie durch keine weiteren gesetzlichen Beschränkungen eingeengt
wird. Der Gemüsekonservenindustrie haftet noch viel von den Un
zulänglichkeiten rasch entwickelter neuer Industrien an. Die Iräg 61
der Industrie, die zum Teil aus anderen Erwerbszweigen herüber-
gekommen sind, ermangeln teilweise noch des Selbstvertrauens und
der Sicherheit, welche ein gefestigter Besitz und größere Kapital'
reserven geben. Die Industrie selbst aber hat noch nicht dasjemg 6
feste Verhältnis zu ihren Lieferanten und Abnehmern gefunden, das
nun einmal für eine ruhige Fortentwicklung unerläßlich ist. Es sind
aber bereits genügende Anzeichen dafür vorhanden, daß vieles 111
dieser Beziehung sich bessert, und diese günstige Entwicklung wir
durch nichts mehr gefördert werden als durch das in der jüngst 611
Zeit zu erfreulichem Durchbruch gelangte Gefühl der Interessen
gemeinschaft, das die besten Kräfte der Industrie zu leistungsfähig 611
Vereinigungen zusammengeführt hat, die Konservenfabrikanten durch
den „Verein deutscher Konservenfabrikanten“ und die Präserv' 611
fabrikanten durch den „Verband deutscher Dörrgemüsefabriken“.