Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Puttermittel.

2  g  Substanz  werden  in  einem  Becherglase  mit  etwa  430  ccm  Wasser,  1  g
Pepsin  und  20  ccm  10  °/ 0 -iger  Salzsäure  versetzt  und  das  Gemisch  in  einem  Wasserbade ­
  oder  Brutschränke  bei  38—40°  unter  wiederholtem  ümrtlhren  48  Stunden  lang
behandelt;  nach  16,  24  und  48  Stunden  setzt  man  jedesmal  weitere  10  ccm  der
10  °/ 0 -igen  Salzsäure  zu,  so  daß  die  Flüssigkeit  gegen  Ende  der  Behandlung  rund
1  °/ 0  Salzsäure  enthält.
Die  so  behandelte  Masse  wird  in  der  Regel  durch  ein  Asbestfilter  filtriert;
man  legt  in  einen  Glastrichter  einen  aus  Messingdrahtgewebe  hcrgestellten  Konus,
darauf  wenig  grobfaserigen  und  zuletzt  geschlämmten,  feinen  Asbest;  für  schleimige
Stoffe,  wie  Leinkuchenmehl,  verwendet  man  besser  ein  Faltenfilter  von  ausgewaschenem
Filtrierpapier  mit  bekanntem  Stickstoff-Gehalt.
Wir  bedienen  uns  für  diese  und  andere  schwer  filtrierbaren  Lösungen  von  organischen
Stoffen,  z.  B.  auch  für  Bestimmung  der  löslichen  Kohlenhydrate,  der  Eohfaser  mit  bestem
Erfolg  der  vorstehenden  Vorrichtung  (Fig.  33,  S.  219).
In  den  Trichter  auf  dem  zu  evakuierenden  dickwandigen  Erlenmeyer-Kolben  gibt
man  einen  Porzellanteller  von  etwa  65  mm  Durchmesser  mit  ziemlich  weiten')  Löchern
und  schüttet  auf  den  Teller  unter  Anwendung  der  Wasserstrahlpumpe  feinfaserigen,  in
Wasser  verteilten  Asbest  gleichmäßig  so  viel  und  so  lange,  bis  sich  eine  klar  filtrierende
Schicht  gebildet  hat.  Hierzu  ist  durchweg  nur  eine  verhältnismäßig  dünne  Lage  Asbest  erforderlich. ­
  Nach  beendeter  Filtration  und  Auswaschung  läßt  sich  das  Asbestfilter  nebst
Rückstand,  nachdem  man  den  Porzellanteller  durch  Einführung  eines  Glasstabes  von  unteu
in  den  Trichter  gelockert  und  herausgenommen  hat,  leicht  quantitativ  abtrennen  und  direkt
nach  Kjeldahl  verbrennen.
Wenn  man  in  vorstehender  Weise  den  Magensaft  einwirken  läßt,  findet  man  nach
G.  Kühns  eingehenden  Untersuchungen  die  sämtlichen  verdauungsfähigen,  stickstoffhaltigen
Bestandteile  der  gewöhnlichen  Futtermittel.
Die  weitere  von  A.  Stutzer  empfohlene  6-stündige  Behandlung  des  Rückstandes
(mit  Filter)  mit  100  ccm  alkalischem  Pankreassaft  nach  der  Pepsinverdauung  —  vergl.
unter  Lösungen  No.  17  b  am  Schluß  —  bei  37  bis  40°  ist  nicht  notwendig,  zumal  es  sich
dabei  nicht  um  eine  spezifische  Pankreasverdauung,  sondern  lediglich  um  eine  lösende
Wirkung  der  in  der  Pankreasflüssigkeit  enthaltenen  Soda  handelt.
Die  verschiedenen  Ergebnisse,  welche  durch  vergleichende  Versuche  über  die  künstliche
und  natürliche  Verdauung  von  den  Versuchs-Stationen  Göttingen 2 )  und  Hohenheim 3 )  erzielt
wurden,  haben  darin  ihren  Grund,  daß  man  die  Pepsinflüssigkeit  nicht  in  genügender
Menge  —  nur  250  ccm  —  und  in  nicht  genügender  Zeit  —  nur  24  Stunden  —  einwirken ­
  ließ. 4 )

IV.  Bestimmung  des  Fettes.
1.  Bestimmung  des  Eolifettes  (bezw.  Ätherauszuges).  5  oder  10  g  der  gemahlenen ­
  oder  gut  gepulverten  Substanz  werden  in  eine  fertige,  unten  geschlossene
Papierhülse  (von  Schleicher  und  Schul]  in  Düren)  oder  in  eine  aus  fettfreiem
Fließpapier  hergestellte  Hülse  gebracht,  welche  in  der  Weise  hergestellt  wird,
daß  man  um  ein  zylindrisches  Holzstüek,  dessen  Durchmesser  4  mm  geringer  ist

')  Ist  der  Porzellanteller  fein  durchlöchert,  so  geht  die  Filtration  nicht  so  rasch
von  statten.
3 )  Chem.-Zeitung  1882,  (i,  1249;  Journ.  f.  Landwirtschaft  1883,  31,  221  u.  343;  1886,
84,  439;  ferner  Landw.  Versuchs-Stationen  1887,  34,  456.
3 )  Tageblatt  der  deutschen  Naturforscher  und  Ärzte  in  Wiesbaden  1887,  S.  362.
4 )  Auf  eine  Arbeit  von  W.  Wiebe  1  (Landw.  Jahrbücher  1890,  19,  149),  welcher  dem
Verfahren  nur  einen  konventionellen  Wert  zuschreibt  und  glaubt,  daß  man  die  Pepsin-Verdauung
  durch  vorheriges  Kochen  mit  verdünnter  Salzsäure  bei  darauffolgender  Behandlung ­
  mit  Pankreasflüssigkeit  umgehen  kann,  sei  nur  verwiesen.
            
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