Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

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Futtermittel.

zu  zweien  in  einer  lederartigen  Hülse  (Fruchtkapsel);  nach  Abtrennung  der  letzteren
und  der  Samenschale  dienen  die  Samen  auch  zur  Darstellung  eines  Kaffeeersatzmittels ­
  (Erdnuß-  oder  afrikanischer  Nußbohnen-Kaffee)  oder  auch  im  entfetteten  Zustande ­
  als  Mehl  zur  Brot-  und  Zwieback-Bereitung;  durchweg  aber  werden  die  entfetteten ­
  Rückstände  als  Futtermittel  verwendet;  für  den  Zweck  muß  man  verschiedene
Sorten  unterscheiden.  Die  Beschaffenheit  der  Erdnußrückstände  ist  zunächst  schon
nach  dem  Ursprünge  der  Erdnüsse  verschieden.  Als  beste  Erdnüsse  gelten  die
aus  dem  nördlichen  Senegambien  (Rufisque,  Kapor,  Galam),  als  von  mittlerer  Beschaffenheit ­
  die  hiervon  südlicher  bis  zu  den  Bissagos-Inseln  gewachsenen  (Gambia,
Kazamanze,  Buma),  als  von  geringerer  Beschaffenheit  die  von  der  Sierra-Leona-Küste
  (Lagos).

Kolilsaat.  Querschnitt.
1  Epidermis,  2  Parenchym,  3'  dünnwandiger
Teil  der  Stäbchen,  3  Stäbchenschicht,
4  Farbstofischicht,  5  äußere,  6  innere
Endospermschicht.

Tangentialansichten  zu  den  entsprechenden  Nummern  des  Querschnittes.
Fig.  106.  Kohlsaat.  (Yergr.  200.)  Nach  C.  Böhmer.  Zu  S.  339.

Weiter  aber  hängt  die  Beschaffenheit  der  Erdnußkuchen  wesentlich  von  der  Bearbeitung ­
  bezw.  dem  Entölen  ab.  Anfänglich  wurde  die  ganze  Frucht,  also  mit
Hülse  gepreßt,  d.  h.  auf  öl  verarbeitet;  weil  aber  die  so  gewonnenen  Rückstände  keinen
nennenswerten  Futterwert  besaßen  und  außerdem  auch  leicht  verschimmelten,  so  verwendet ­
  man  jetzt  nur  die  enthülsten  Samen  zur  Ölgewinnung.  Vereinzelt  gelangen
nur  noch  Bruchstücke  von  der  Hülse  (Fruchtkapsel)  mit  in  die  Preßrückstände,  und
kann  man  diese  an  den  langgestreckten  holzigen  Zellen  leicht  erkennen.  Aber  auch
bei  dieser  Art  Verarbeitung  unterscheidet  man  verschiedene  Sorten,  nämlich  ob
außer  den  Beimengungen  (Steinen,  Kohlen,  Wurzeln,  Nägeln,  Schmutz  und  Staub)
sowie  außer  den  Hülsen  die  rötliche  Samenhaut,  ferner  die  dicken,  zwischen
den  plankonvexen  Keimlappen  liegenden  Würz  eichen  mehr  oder  weniger  entfernt
sind  oder  nicht.  Die  Preßrückstände  der  von  letzteren  Bestandteilen  gereinigten
Samen  sind  die  besten  und  gehaltreichsten.  Das  öl  wird  meistens  durch  Auspressen
mittels  hydraulischer  Pressen  gewonnen;  nur  geringwertige  oder  vorgepreßte  Erdnüsse ­
  werden  mit  chemischen  Lösungsmitteln  behandelt.  Die  warm  gepreßten
Kuchen  und  auch  die  aus  nur  mangelhaft  von  der  Samenschale  befreiten  Samen
            
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