Mikroskopische Untersuchung. Baumwollesamen.
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Mehr aber als über Verfälschungen wird über häufige schädliche, ja töd
liche Wirkungen des Baumwollesaatmehles Klage geführt. Am empfindlichsten sind
junge und tragende Tiere sowie Schafe gegen Baumwollesaatmehl; auf alle Fälle
empfiehlt es sich, dasselbe trocken und zunächst nur in kleinen Gaben zu verfüttern,
die für 500 kg Lebendgewicht auf höchstens 2 kg im Tage gesteigert werden dürfen,
über die Ursache der giftigen Wirkung des Baumwollesaatmehles ist bis jetzt nichts
bekannt; pathogene oder gifterzeugende Bakterien konnten bis jetzt ebensowenig
wie giftige Stoffe als solche aufgefunden werden. Vielfach neigt man der Ansicht
zu, daß das Baumwollesaatmehl nur indirekt giftig wirkt, nämlich bei solchen
Querschnitt durch die Spitze eines Samenlappens
und durch das graue Häutchen.
Fig. 112. iUumwollesamen. Nach C. Böhmer,
ransenzellcn. 8 Endosperm, 9 Keimlappen, an der linken Seite mit Aleuronkörnern und Öltröpfchen
ge uilte Zellen, o Oberhaut der Außen-, o' der Innenseite, p Prismenzellen, H Harzdrüse mit etwas
Sekret.
1 nrior Störung des Verdauungsvermögens
Tieren, bei denen infolge Unvollkommenheit Me s nicht durch die regelrecht
die Proteinstoffe des beigefütterten Baumw ‘ „ PT ,tonisiert und aufgenominen
für gewöhnlich abgesonderten die
werden, sondern bei denen solche im V “ des Baumwollesaatmehles giftige
Oberhand gewinnen, welche aus den 1 ro ^ wirkungen hervorrufen.
Stoffe (Ptomaine) erzeugen und aut • die ^• s0 ^ hem Cholin und Betain ge-
n J er Tat hat man 111 Ba ™r° Z Sd von denen aber das Cholin durch Ge
funden, die an sich zwar nicht giftig sind, , t von p j£ol. Wasser
dation leicht in das giftige Muskarin oder durch Abspaltung von
leicht in das giftige Neurin übergehen kann «nmenschale dem seiden-
Der Samen der Baumwollestaude bes e. au w ^ die g ’ amen vor der
glänzenden Häutchen und dem Keimli g-