Full text : Die Untersuchung landwirtschaftlich und gewerblich wichtiger Stoffe

Geldwertsberechnung  der  Futtermittel.

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garantie  anzugeben  bat.  Das  Formular  ist  bei  der  Probenahme  auszufertigen  und  von
dem  Probezieher  sowie  Zeugen  gemeinschaftlich  zu  unterschreiben.  In  Streitfällen  werden
nur  solche  Prober  als  gültige  angesehen,  bei  welchen  die  Ausfertigung  eines  solchen
Attestes  erfolgte.
Vereinbarungen  für  die  Beurteilung  der  Futtermittel. 1 )
1.  Die  qualitative  Prüfung  aller  Futtermittel  auf  Sand  bezw.  mineralische  Beimengungen ­
  ist  obligatorisch  zu  machen  und,  sobald  die  Vorprüfung  die  Anwesenheit  von
mehr  als  normalen  Mengen  ergibt,  die  quantitative  Bestimmung  durch  Veraschen  und
Ausziehen  mit  Salzsäure  auszuführen,  und  von  dem  Ergebnis  dem  Einsender  Mitteilung
zu  machen,  w'enn  der  Gehalt  1  °/ 0  oder  mehr  beträgt.
2.  Der  ständige  Ausschuß  für  Futtermittel  schlägt  vor,  daß  bei  jeder  Kleienuntersuchung ­
  angegeben  werde,  ob  anscheinend  unverletzte  Unkrautsamen  vorhanden  sind
oder  nicht.  Bei  dem  Vorhandensein  solcher  ist  darauf  aufmerksam  zu  machen,  daß  ein  derartiger ­
  Befund  auf  Zusatz  bezw.  Verfälschung  mittels  Kornausputz  hinweist.
Es  bleibt  dabei  überlassen,  die  Zahl  (nötigenfalls  die  Arten)  der  anscheinend  unverletzten ­
  Unkrautsamen  zu  bestimmen  und,  auf  1  Kilo  berechnet,  anzugeben.
3.  Ergibt  die  mikroskopische  Untersuchung  einer  Kleie,  daß  Brandpilzsporen  mehr
als  vereinzelt  Vorkommen,  so  ist  der  Einsender  darauf  und  auf  die  event.  Schädlichkeit
derselben  aufmerksam  zu  machen.

VIII.  Geldwertsberechnung  der  Futtermittel  und  Minderwertsberechnung ­
  bei  Mindergehalt.

Der  Puttergeldwert  der  Futtermittel  ist  vorwiegend  durch  den  Gehalt  der  drei  Nährstoffgruppen ­
  :  Protein,  Fett  und  stickstofffreie  Extraktstoffe  (oder  Kohlenhydrate)  bedingt.  Zwar
besitzen  die  Futtermittel  je  nach  dem  Gehalt  an  Stickstoff,  Phosphorsäure  und  Kali  gleichzeitig ­
  einen  Düngergeldwert,  indes  kann  dieser  außer  acht  gelassen  werden,  weil  sich
derselbe  in  den  einzelnen  Wirtschaften  außerordentlich  verschieden  gestaltet.
Für  die  Frage  des  Puttergeldwertes  können  nur  Futtermittel  von  gleichartiger  Beschaffenheit ­
  und  Konstitution,  besonders  was  den  Grad  der  Verdaulichkeit  anbelangt,  in
Betracht  gezogen  werden.

Diese  gleichartige  Beschaffenheit  trifft  im  großen  und  ganzen  nur  für  die  gewerblichen
  Abfälle,  die  sogen.  Kraftfuttermittel  zu;  denn  in  ihnen  sind  die  Nährstoffe  in
wesentlich  gleichem  Grade  der  Verdaulichkeit  enthalten.  Auch  wird  durchweg  nur  für
fiese  als  die  gangbarsten  Handelswaren  eine  Futtergeldwertsberechnung  verlangt;  für  die
in  den  Wirtschaften  selbst  erzeugten  Futtermittel  (Eauhfutter,  Wurzelgewächse  usw.)
läßt  sich  bei  den  großen  Schwankungen  der  Brzeuguugskosten  kein  allgemein  gültiger
I  uttergeldwert  aufstellen.

Der  Puttergeldwert  der  Handels-  oder  Kraftfuttermittel  ist  selbstverständlich  von
den  jeweiligen  Marktpreisen  bedingt;  aber  das  nicht  allein,  sondern  auch  das  Wertsverhältnis ­
  zwischen  Protein,  Fett  und  stickstofffreien  Extraktstoffen  schwankt  je  nach  den
Marktpreisen.  Denn  offenbar  werden  diese  3  Nährstoffe  nicht  gleichhoch  bezahlt,  da  an  sich
die  protein-  und  fettreichen  Handelsfuttermittel  schon  nach  ihrem  spärlicheren  Vorkommen
und  ihrer  größeren  Bedeutung  für  die  Ernährung  höher  im  Preise  stehen,  als  die  an
stickstofffreien  Extraktstoffen  reichen  Futtermittel;  es  ist  daher  einleuchtend,  daß  das  Protein
u «d  Fett  gegenüber  den  stickstofffreien  Extraktstoffen  einen  um  so  höheren  Wert  besitzt,  je
höher  der  Marktpreis  der  protein-  und  fettreichen  Futtermittel  gegenüber  den  an  stickstofffreien ­
  Extraktstoffen  reichen  ist,  und  umgekehrt.  Man  ist  in  der  letzten  Zeit  übereingekommen, ­
  den  Geldwert  von  Protein  und  Fett  als  gleich  anzunehmen  und  zwischen
Brotein  ;  Fett:  stickstofffreien  Extraktstoffeu  ein  Werts  Verhältnis  von  2:2:1  zugrunde  zu
iegeu. 2 )

')  Nach  den  Beschlüssen  des  Verbandes  landw.  Versuchs-Stationen  i.  D.  K.
)  Vergl,  0.  Kellner,  Landw.  Versuchs-Stationen  1904,  60,  236.
            
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