Vollmilch. Berechnung der zugesetzten Wassermenge und der entzogenen Pettmenge. 493
Die obige Formel IV ist auch von J. Herz 1 ) für die Berechnung des Wasserzusatzes
als am besten geeignet bezeichnet worden.
Die in 100 Teilen gewässerter Milch enthaltene zugesetzte Wassermenge (W) berechnet
er nach der Formel:
W = 100 (D ~ D ) v v
r i
H. D. Eichmond 2 ) hat vorgesohlagen, statt der fettfreien Trockensubstanz die
Summe der Laktodensimetergrade und des Fettgehaltes für die Berechnung des Wassergehaltes
zugrunde zu legen.
b) Wenn die Milch nur entrahmt ist, so berechnet J. Herz 1 ) die von 100 Teilen
reiner Milch durch Entrahmung weggenommene Fettmenge {<p) nach der Formel:
<P = fi — fa -+
fr ft-*3
100
Es ist indes zu berücksichtigen, daß bei den beträchtlichen Schwankungen des Fettgehaltes
der Milch diese Berechnungen weit unzuverlässiger sind, als die der zugesetzten
Wassermenge. Annähernd erhält man die entzogene Fettmenge einfach aus der Differenz
der in der Stallprobe und der fraglichen Milch enthaltenen Pettmengen.
c) Wenn die Milch teilweise entrahmt und mit Wasser versetzt ist.
Schwieriger wird die Kechnung, wenn die Milch teilweise entrahmt und gleichzeitig
mit Wasser versetzt ist. In diesem Palle kann man sich folgender 2 Formeln von
Recknagel bedienen:
I. W = 2,8 (Sj — s 2 ) -|— 3 ft — i 2 ),
100 ft — fr)-f,W
9 100 — W — f a ’
worin:
W = Wasserzusatz,
s 1 = Laktodensimetergrade der Stallprobe,
s ä = Laktodensimetergrade der fraglichen Milch,
f, = Fettgehalt der Stallprobe,
f 2 = Fettgehalt der fraglichen Milch,
<p = Größe der Entrahmung, ausgedrückt in °/ 0 entzogenen Fettes.
Ist z. B. so wird;
Fall
Si
f.
f.
W =
Proz, zuges.
<P =
Proz. entzoI
31,8
28,5
3,47
3,09
Wasser
10,4
genes Fett
0,02
II
34,0
32,5
4,04
2,86
1,00
III
31,2
24,6
4,19
3,27
20,9
0,05
IV
29,6
31,8
4,20
2,10
0,14
2,18
Bei Milch I und III liegt daher ein Wasserzusatz, bei Milch IV eine Entrahmung,
“ei Milch II eine kombinierte Fälschung: Wasserzusatz und Entrahmung vor.
Die von J. Herz für diesen Zweck aufgestellte Formel lautet:
<P = f i —
100 —
mf, — 100 f s
t f -
mfj —100 f 2
m
^orin bedeutet:
100
T — das von 100 Teilen reiner Milch durch Entrahmung weggenommene Fett,
i = Fettgehalt der Stallprobe,
J) Chem.-Ztg. 1893, 17, 836.
isqo Analyst 1898, 28, 169; Zeitschr. f. Untersuchun
ly 99, 2, 239.
d. Nahrungs- u. Genußmittel