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zeigt. Da eine Nomenklatur für diese verschiedenen Typen der Entwicklung
nicht existiert, und weil eine bestimmte Bezeichnung für jede
derselben sowohl zur Vermeidung von Undeutlichkeiten als auch zur
Vermeidung langer Umschreibungen sich zweckmäßig erweist, so wollen
wir diese zweite Form der Stampfe (Typ Abbildung Nr. 2) den
„Hammer im Stuhl" nennen im Gegensatz zur ersten Form (Typ
Abbildung Nr. 1), welche wir als „Handstampfe" bezeichnet haben. Wir
haben mit diesem „Hammer im Stuhl" eine neutrale Form gewonnen,
welche eine verhältnismäßig große Entwicklungsmöglichkeit in sich birgt.
Ein zweiarmiger Hebel trägt am einen Ende die Stampfkeule, unter
welch letzterer sich ein Stampftrog befindet. Vergleichen wir mit obiger
Abbildung irgend eine Beschreibung, wie sie für Bulgarien oder
Georgien vorliegt: „Eine ziemlich tiefe Steinschüssel wird in die Erde
gesenkt. In Migrelien macht man solche Schüsseln auch aus Holz.
Auf 2 Meter Entfernung von der Schüssel sind zwei niedrige Holzbalken
in den Boden gesteckt, deren obere Enden ausgehöhlt sind, so
daß eine in dieselben gelegte Achse sich bewegen kann. In der Mitte
dieser Achse befindet sich wiederum ein Holzbalken, dessen eines Ende
nur wenig über die Achse hinausreicht, während an dem der Steinschüssel
zugekehrten Ende ein etwa 1 Meter langes Holzstück, welches
direkt in die Schüssel einfällt, als Stößer angebracht ist. Drückt man
das hintere Balkenende mit dem Fuße nieder, so hebt sich der ganze
Balken samt Stößer" J ). In Bulgarien wird die gleiche Vorrichtung
Ting oder Reismühle genannt 2). Unsere Abbildung unterscheidet sich
von dieser Beschreibung also wesentlich nur durch die verschiedene Länge
der Hebelarme. — Nach einem Weistum von Allerheim ans der Mitte
des 14. Jahrhunderts soll „der mair" „ein fußstampfe" zum gemeinen
Gebrauch in Bereitschaft halten 3 ), und ein schwäbisches Weistum berichtet
von der „mühlen, genannt die reismühlen, aus der mühl hat man gemacht
ein walkmühl den lodern"). Ob der in Bulgarien und im
schwäbischen Weistum merkwürdigerweise übereinstimmende Namen
„Reismühle" auf einen Zusammenhang hindeutet, soll hier nicht unter*)
Gogitschayschwili 1891, S. 55. 2 ) Tarajanz 1867, S. 40.
a ) ©unser 1903, S. 102. *) ©unser 1904, S. 103.