Full text : Die Entwicklung der Weißgerberei

Bezeichnungen  eingeführt,  welche  hier  noch  einmal  zusammenfassend
dargestellt  seien:

Stampfe.

Typ

Betrieb

Praktische  Modifikationen

1)  Handstampfe

(Abbild.  Nr.  1)

Hand

„müllstampfe"

Hand

„walchstampfe"

Lohstampfen  in  Arsamas

2)  Hammer  im  Stuhl  (  „

Nr.  2)

Hand

Handwalke  in  Burgbernheim

Fuß

„fußstampfe"

Fuß

Reismühle,  Ting

Grützmühle

Wasser

Tuchwalken  in  Bulgarien

3)  Stampfmühle

Wasser

Sämischgerberwalke  (Nr.  3)

Pferd

Tuchwalke

Hammerwerke

Stampfen  für  Lohe,  Getreide

4)  Pochwerk

Nr.  4)

Wasser

„Lohmühlen"

Pferd

„Ölmühlen"

„Gypsmühlen"
Erzpochwerke  usw.
Eine  ganz  bestimmte  rechtliche  Stellung  ergibt  sich  für  die  Walke,
wie  für  die  Mühlen  überhaupt,  aus  der  Art  ihres  Betriebes.  Darum
ergibt  sich  die  weitere  Notwendigkeit,  zu  untersuchen,  durch  welche
Kraft  der  Betrieb  dieser  Mühlen  vor  sich  geht.  M  e  n  s  ch  e  n  k  r  a  f  t  ist,  wie
wir  gesehen  haben,  das  ursprüngliche  Bewegungsmittel.  Der  Betrieb
mit  Pferden  ist  wohl  erst  neueren  Datums,  weil  er  im  Göppel  eine
verhältnismäßig  komplizierte  Vorrichtung  zur  Voraussetzung  hat;  doch
scheint  auch  diese  Art  des  Betriebes  nicht  selten  vorzukommen,  so  für
Leinöl  in  Bulgarien  *),  wobei  eine  Mahlmühle  nach  Art  eines  Kollerganges ­
  umgestaltet  ist,  dann  in  Ufa,  wo  eine  ganze  Reihe  kleiner  Lohmühlen ­
  durch  Pferde  getrieben  wurdet;  man  hört  nicht  selten  von
alten  Gerbermeistern,  und  findet  das  auch  gelegentlich  in  Abbildungen^)
bestätigt,  daß  die  Gerberstampfen  zum  Walken  der  Felle  wie  auch  zum
Mahlen  der  Lohe  mit  Pferden  und  Holzgöppeln  betrieben  worden  sind.
Ein  solcher  alter  Holzgöppel,  welcher  in  dem  Betriebe  des  verstorbenen
Gerbers  Johann  Georg  Balbach  in  Benützung  stand,  findet  sich  jetzt,
für  landwirtschaftliche  Zwecke  eingerichtet,  in  Markt  Bergel  im  Besitz
von  Frau  Lebrecht  Z,  der  Käuferin  der  Gerberei  und  ihres  Zubehöres.
*)  Tarajanz  1897,  S.  40.  2  3  4 )  Pallas  1777,  Bd.  II,  S.  2.
3 )  Abbildung  bet  (Sinti  1873,  Taf.  IV;  Krünitz  1795,  Bd.  LXVIII,
Taf.  XI  und  XII.
4 )  Markt  Bergel;  Auszug  aus  dem  renovierten  Grundstenerkataster  der
Steuergemeinde  Berget,  Rentamtsbezirk  Windsheim  für  Hausnummer  99.
            
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