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Fleischmehl zu Viehfutter J ), von Fleischmehl aus Handschuhleder zu
Futterstoffen^) sind Ideen, welche immer wieder auftauchen.
Auch die Verwendung zu Düngemitteln kommt gelegentlich
vor. Nach einem Patentanspruch von 1908 wird aus dem Enthaarungsschleim
der Gerbereien durch Einleiten von schwefliger Säure ein eiweißartiger
hochprozentigerstickstoffhaltiger Dünger gewonnen, wobei gleichzeitig
die schädlichen Sulfite des Schleims und des Wassers entfernt werden 3 ).
Eine ziemlich große Industrie, welche erst neuerdings durch andere
Darstellungsverfahren zurückgegangen ist, gründet sich auf die Verarbeitung
von Haut-, Leder-, Horn-, Klauen-, Fleisch-, Blutabfällen zu
Ammonsalzen, Ammonkarbonat für Chlorammon und zu Blutlaugensalz;
denn die wertvollen Ammon- und Cyanverbindungen entstehen
überall da, wo eine Verkohlung oder trockne Destillation stickstoffhaltiger
tierischer Produkte stattfindet; solange man keine anderen Stickstoffquellen
kannte, waren diese tierischen Abfallprodukte das alleinige Ausgangsmaterial
zur Herstellung von gelbem Blutlaugensalz, welch letzteres
dann erst in die einfacheren Cyanverbindungen übergeführt wurde.
Eine noch größere Mannigfaltigkeit von Verwendungsmöglichkeiten
als die rohen tierischen Abfallstoffe bieten die gegerbten Hautabfälle.
Auch sie suchte man früher zur Herstellung von Ammoniak noch einmal
dienstbar zu machen 4 ). Man hat versucht, aus Lederabfällcn Farbstoffe
herzustellen 3 ); auf die gelungenen Versuche zur Herstellung von Leim
uns gegerbten Hautsubstanzen wurde hingewiesen, und ein Patent von
1909 hat die Herstellung plastischer Massen aus tierischen Abfällen von
Leder, Haut, Hufen, Hornmassen, Knochen zum Gegenstände 6 ). Auch
zu Düngemitteln werden Lederabfälle in großen Mengen verarbeitet').
Weitere Verwendung finden Lederabfälle zu Lederwolle oder
Ledergarn 3 ), zu Lederzementböden"), zu Lederfaser als Sohleneinlage"),
zu gesponnener Lederfaser, welche nach dem Weben mit Gummi behandelt
wird, um dann zu Sohlen, Absätzen usw. Verwendung zu finden"), zu
Wärmeschutzmasse"), zu Lederkohle 13 ), zu Knöpfen "), zu Pappe oder
lederartigem Papier"); endlich haben solche Gedanken immer wieder
0 Gerber 1882, Nr. 29, 2 ) Deutsche Gerberzettung 1881, Nr. 66.
3 ) Zeitschrift für Singern. Chemie 1908, S. 163.
4 ) Gerberzeitung 1880, S. 237. b ) Deutsche Gerberzeitung 1879, Nr. 86.
«) Collegium 1909, S. 44; D.R.P. Nr. 197196.
2 ) Vgl. Ledermarkt 1907, Nr. 80, S. 16.
8 ) Deutsche Gerberzeitung 1893, Nr. 145.
9 ) Deutsche Gerberzeitnng 1894, Nr. 46.
’°) Ledermarkt 1904, Nr. 27, S. 11. ") Ledermarkt 1904, Nr. 24, S. 23.
12 ) Deutsche Gerberzeitung 1903, Nr. 113.
u ) Ledertechnische Rundschau 1910, Nr. 18.
") Deutsche Gerberzeitung 1896, S. 145. “) Keeß 1829, Bd. I, S. 69.