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Die republikanische Formel von dem Ausgleich der Erzeu
gungskosten hatte sich in der Anwendung als unmöglich erwiesen.
Der vorzügliche Bericht des Tarifausschusses ließ deutlich er
kennen, daß es unmöglich war, die Kosten der Wollerzeugung
unter den üblichen Farmverhältnissen genau anzugeben und daß
unter anderen Verhältnissen die Kosten sich in verschiedenen
Gegenden wieder ganz anders stellten, so daß das Ausgleich
rezept unbrauchbar war. Das Prinzip des „Konkurrenztarifs“ war
ebenso nutzlos. Der Zoll auf Wolle war seit vielen Jahren kon
kurrierend gewesen, d. h. die Importe waren stetig im Wachsen
begriffen. Soweit Einkünfte in Betracht kamen, würde eine
völlige Abschaffung des Zolls unbedingt einen fiskalischen Verlust
bedeutet haben. Man konnte auch nicht behaupten, daß die Woll-
zucht eine „illegitime Industrie“ sei, ausgenommen vom Stand
punkte des Freihändlers. Auch hier scheint man sich klar gegen
die verschleierten und apologetischen Schutzzollargumente ent
schieden zu haben.
Der Zoll auf Wolle läßt sich nur vom Standpunkt des floch-
schutzzöllners verteidigen. Der Zoll auf Wolle ist eine der Ano
malien in den Tarifgesetzen der Vereinigten Staaten gewesen.
Keins der führenden Länder hemmt und belastet seine Fabrika-
tionsindustrie durch Besteuerung der Wolle. Zölle auf Rohmate
rialien sind nicht allein mit den Grundsätzen des Freihandels, son
dern auch mit denen einer aufgeklärten und vorsichtigen Schutz-
Politik unvereinbar. Trotzdem ist in der Geschichte der Ver
einigten Staaten während des halben Jahrhunderts, das unserem
Bürgerkriege vorausging, und auch in der folgenden Hochschutz-
Zollperiode, Wolle in den Vereinigten Staaten immer zollpflichtig
gewesen. Eine Erklärung hierfür findet man vielleicht darin, daß
Pian dadurch der Landbevölkerung einen Schutz gewähren wollte.
Bast alle sonstigen landwirtschaftlichen Produkte werden gewöhn
lich aus einem Lande von der Konstruktion der Vereinigten
Staaten exportiert, nicht importiert. Einfuhrzölle können daher
hier keinen Einfluß haben. Allein Wolle bildete eine Ausnahme;
hier mußten die Vereinigten Staaten ständig zu ausländischen Vor
räten ihre Zuflucht nehmen. Die inländische Produktion ist groß,
Dotzdem wird importiert. So liegt also die Möglichkeit vor, den
Barmer zu schützen und ihn dadurch zum Anhänger der allge-