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Zufällig befindet sich nun auch die Seidenfabrikation in einem
Stadium, das — abgesehen vom Standpunkt der Erträge — alle
Veranlassung zu einer Zollermäßigung bot. Seit einem halben
Jahrhundert hat die Seidenindustrie einen ungewöhnlich hohen
Schutz genossen und bei einem außerordentlichen Wachstum
große Dimensionen angenommen. Ihr Charakter hat sich voll
ständig geändert. Die Entwicklung war nicht allein quantitativer,
sondern auch qualitativer Natur. Es mag sich hier die Gelegen
heit oder doch die Möglichkeit geboten haben, junge Industrien
erfolgreich zu beschützen. Die Zölle auf fast alle Seidenwaren,
wie auch auf Wollwaren sind derart gestiegen, daß sie die aus
ländische Konkurrenz ausschließen. Die Sätze hätten ermäßigt
werden können, ohne daß der Stamm der Industrie davon berührt
worden wäre. Die Frage ist jetzt gewissermaßen in ein akutes
Stadium getreten, ob bei einer einschneidenden Zollermäßigung
solche jungen Industrien sich jetzt weniger als zu Anfang auf
einen Schutzzoll stützen müssen und ob sie bereits in der Er
langung einer event. Unabhängigkeit Fortschritte gemacht haben.
Eine andere Gruppe, bei der die Zollermäßigung geringer
war, als man erwartet hatte, ist die der Ton- und Ton
erdenwaren. Auch hier sind die Zölle verhältnismäßig hoch
geblieben, wahrscheinlich aus fiskalischen Gründen. Die ver
änderten Zollsätze auf die betreffenden Artikel sind folgende;
Tarif 1909
Tarif 1913
Irdene und Töpferwaren, nicht bemalt, nicht
verziert
55%
35%
Töpferware bemalt oder verziert
60%
40%
China- und Porzellanwaren, nicht bemalt oder
verziert . . .
55%
50%
China- und Porzellanwaren, bemalt oder ver
ziert
60%
55%
Die billigeren Sorten, wie irdene und
Töpferwaren (gleich-
viel, ob einfach oder verziert), werden in großem Umfange in
den Vereinigten Staaten hergestellt. Der Import ist nicht uner
heblich, aber die inländischen Fabrikanten behaupten das Feld.