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Von weniger bedeutenden Positionen seien genannt: Felle,!
die im Tarif von 1909 nach heftigen Debatten freigegeben wur
den, bleiben natürlich auch jetzt frei, außerdem sind Leder,
Stiefel und Schuhe mit auf die Freiliste gesetzt worden.
Weizen und Mehl, Vieh und Fleisch sind gleich
falls zollfrei. In dem Repräsentantenhause bemühte man sich,
die Zölle auf Vieh und Weizen beizubehalten, während man die
auf Mehl und Fleisch abschaffen wollte. Es war ein Versuch, den
Konsumenten zu entlasten und doch dem Farmer gegenüber den
Schein des Schutzes aufrecht zu erhalten. Schließlich siegte der
gesunde Menschenverstand, und die Zölle auf Nahrungsmittel;
Wurden ein für alle Male abgeschafft. Diese Änderung ist für]
die allernächste Zeit von geringer Bedeutung — mit Ausnahme
v on Fällen, in denen Grenzhandel oder gelegentliche Importe in
schlechten Zeiten in Frage kommen. Eier, Milch und
Sahne stehen ebenfalls auf der Freiliste; gleichfalls Artikel,
bei denen nur ein kleiner Grenzhandel seine Rechnung findet.
Endlich sind auch Kohlen und Brennholz (lumber) frei;
die Überbleibsel der im Jahre 1909 beibehaltenen Zölle sind be
seitigt worden.
Bücher, hauptsächlich in fremden Sprachen, sind zollfrei^
trotz eines unverständlichen Versuchs, sie zollpflichtig zu machen,
ai >ch alle Leitfäden, die in Schulen und Erziehungsanstalten be
nutzt werden, stehen auf der Freiliste. Kleidungsstücke
u nd persönliche Mühseligkeiten von Reisenden, die zum Gebrauch
notwendig sind, sind ohne Ansehung des Wertes völlig frei.
Außerdem ist es den Bewohnern der Vereinigten Staaten, die
v on außerhalb zurückkehren, gestattet, Artikel bis zum Werte
v on 100 Doll, für den persönlichen Gebrauch oder für den Haus
halt, als Andenken oder als Kuriositäten zollfrei einzuführen.
unter dem Schutzzoll. Bezüglich der deutschen Situation finden wir eine
geschickte Darstellung in dem Werk von G. Goldstein: „Die Entwicklung
der deutschen Roheisenindustrie seit 1879“ in Verh. des Vereins z. Ford,
d. Gewerbfleißes 1908 und.„Der deutsche Eisenzoll — ein Erziehungszoll“,
Wlkswirtsch. Zeitfragen 1912. Bezüglich der amerikanischen Eisenindustrie
beziehe ich mich auf zwei meiner eigenen Zeitschriften im „Quartely
Journal of Economics“, 1900.