18
Es wird ein grundlegender und ein ausführender Teil
zu unterscheiden sein. Die Grundlegung hat sich zunächst
zu befassen mit dem wirtschaftenden Menschen, wobei
auszuführen ist, inwiefern, und warum er dem Prinzip der
Wirtschaftlichkeit untersteht, wobei aber auch gleich zu
betonen ist, daß Wirtschaftsmenschen „nicht wesenlose
Schemen sind, sondern Typen der Wirklichkeit, deren
Abstufung von einem Morgan oder Pereire bis zum
polnischen Tagelöhner oder Elsässer Hausknechte geht“').
Es wären dann die großen Modifikationen des Wirtschaftsprinzips
zu erörtern, und zwar a) die wirtschafts-geographischen
Individualitäten, die Verschiedenheiten, die sich
ergeben, wenn man die einzelnen Länder und die einzelnen
Rassen beobachtet in ihrem „Kampfe um den
Futteranteil“ vermöge der natürlichen Unterschiede,
b) der Einfluß der Volksziffer; in einer volksarmen Volkswirtschaft
wird das Prinzip der Wirtschaftlichkeit unter
übrigens gleichbleibenden Umständen andere Formen annehmen
müssen, als in einer volksreichen Volkswirtschaft;
die Theorie des Malthus würde hier die gebührende Berücksichtigung
finden, c) die Anpassung an die soziale
Umgebung; dabei wäre — Beispiele können hier nur angedeutet
werden — die Lehre von der Lebenshaltung zu
erörtern, der Widerstand, den die Menschen einer Herabsetzung
ihrer Lebenshaltung entgegensetzen, ist für die
Erklärung des wirtschaftlichen Seins besonders nutzbar
zu machen. Aber auch noch andere Probleme müssen
in diesem Paragraphen ihre Erledigung finden: wie Sitte
und Gewohnheit zu treibenden Kräften im volkswirtschaftlichen
Leben werden können, wie der Glaube an Utopien
und Ideale hier hemmend, dort fördernd wirkt usw. Es
1) Plenge, System der Verkehrswirtschaft, 1903, S. 25.