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Welches sind denn, genauer betrachtet, die prak
tischen Aufgaben, die die Volkswirtschaftslehre als,
Wissenschaft zu lösen hat?
„Der Gebrauch der undifferenzierten Kollektiv-Begriffe,
mit denen die Sprache des Alltags arbeitet, ist stets Deck
mantel von Unklarheiten des Denkens und Wollens, oft
genug das Werkzeug bedenklicher Erschleichungen, immer
aber ein Mittel, die Entwicklung der richtigen Problem
stellung zu hemmen l ).“ In diesem durchaus zutreffenden
Urteile Max Webers ist ein Fingerzeig gegeben für eine
außerordentlich wichtige Aufgabe, die die Wissenschaft für
die Praxis zu lösen hat: Herausbildung klarer Be
griffe.
In vortrefflicher Weise zeigt Max Weber, wie ver
derblich falsche, oder mehrdeutige Begriffe für praktische
wirtschafts- und sozialpolitische Erörterungen werden
können. Die von ihm angeführten Beispiele ließen sich
nach den verschiedensten Richtungen hin beliebig ver
mehren. Ich will mich wieder darauf beschränken, die
Boden- und Wohnungsfrage als Exempel heran zu ziehen.
Eine ganze Generation hindurch treten Männer der Wissen
schaft energisch ein für Reformen auf dem Gebiete des
Wohnungswesens, zahllos sind die Schriften, die über den
Gegenstand geschrieben wurden, und da sie von sozial
ökonomischen Gelehrten verfaßt waren oder doch von ihren
Lehren ausgingen, hielt man diese Bücher und Abhand-
(1909) in meiner Replik „Boden und Wohnung“ etwas näher ausge
führt. — Einige recht derbe, aber darum nicht unrichtige Bemerkungen
betreffend „überschwängliche und verlogene Proteste gegen den Nützlich
keitsgesichtspunkt einerseits und Betrachtung der Wissenschaften als ge
meine Krämerware anderseits“ findet man bei Dühring, Logik und
Wissenschaftstheorie 2. Aufl. 1905 S. 402 ff.
1) Archiv Bd. XIX S. 85.