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Professor Max Apt unter dem Titel „Politik und Wirtschaft“
vor zwei Jahren in der deutschen Wirtschaftszeitung ') ver
öffentlichte. Bei den politischen Fragen um die Mitte des
vorigen Jahrhunderts seien Fragen des Staatsrechts in den
Vordergrund getreten, inzwischen habe sich ein starker
Umschwung vollzogen: staatsrechtliche Fragen treten in
den Hintergrund, wirtschaftliche Fragen in den Vorder
grund. Für die große Masse des Bürgertums fehle es aber
nun an jeder Einrichtung, die unbefangene Kenntnis
über die Zusammenhänge des wirtschaftlichen Lebens ver
mittele. „Während des Wahlkampfes werden die Bürger
mit Flugblättern aller Parteien überschüttet, und binnen
wenigen Wochen soll sich der Wähler klar werden, ob er
agrarisch, freihändlerisch, sozialistisch sich zu entscheiden
hat.“ Hier bestehe eine Lücke, hier liege auch der Grund,
weshalb der Wähler so leicht den Extremen anheimfalle,
weshalb Irrlehren und Übertreibungen so leicht Erfolge
erzielten. Diese Lücke müsse ausgefüllt werden durch
Gründung einer Vereinigung zur Verbreitung wirtschaft
licher Kenntnisse, die ohne Abhängigkeit von einer be
stimmten Partei durch Broschüren, Wanderredner und der
gleichen die Ergebnisse der Wirtschaftsforschung jahraus
jahrein in das Volk hineinzutragen habe. Die Fähigkeit
zur Kritik, zu welcher dadurch der einzelne Bürger heran
gezogen werde, könne nicht ohne Einfluß bleiben auf die
Zusammensetzung der Parlamente und auf die Gesundung
unseres politischen Lebens. Apt hofft, daß sich bei diesen
erzieherischen Aufgaben auch die Vertreter der sozial
ökonomischen Wissenschaft beteiligen werden.
Der Plan kann bei jedem ehrlichen Volksfreunde nur
sympathisch aufgenommen werden. Ich weiß nicht, ob
1) III. Jahrg. (1907) S. 913.