Full text: Die Lokal- und Mittelbanken der Schweiz

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die Zusammensetzung ihres Effektenbestandes, dass sie in selbständiger 
Emissionspolitik noch zu viel machen. Sie übernehmen vielleicht einen 
grossem Teil des Gemeindeanleihens in der Hoffnung, die Titel nach und 
nach, in dem Masse, als die Gemeinde das Geld wirklich braucht, bei ihrer 
Kundschaft absetzen zu können. Sehr oft ist die Hoffnung eine trügerische, 
die unvorhergesehene Gestaltung des Geld- und Anleihensmarktes bringt 
es mit sich, dass die Titel der Bank verbleiben und für die Zukunft in der 
Bilanz in gewissem Sinne ein illiquides Moment darstellen, das wenigstens 
nur mit grossem Opfern liquid gemacht werden könnte. Gerade in dieser 
Beziehung, mit Rücksicht auf ihre Stellung auf dem Anleihensmarkte, 
erhoffen viele Banken unserer Gruppe von einer genossenschaftlichen 
Organisation eine Besserung durch Stärkung ihrer Stellung gegenüber den 
beiden andern Bankengruppen, den Grossbanken und den Kantonalbanken. 
Auch kleinere Industrieemissionen können der Klein- und Mittelba nk 
leicht zum Schaden gereichen. Sie hat vielleicht Interesse genommen an 
Industrieunternehmen ihrer Gegend, die bei ihr einen grossem gedeckten 
oder ungedeckten Kontokorrentkredit benützen. Sie leiht ihre Dienste zur 
Umwandlung in eine Aktiengesellschaft, bei Kapitalerhöhung und Obli 
gationenemissionen. Oft lässt sich aus dem Effektenportefeuillebestand 
mehr über die Rolle des industriellen Kredites im Rahmen des Konto 
korrentgeschäftes schliessen, als aus den das Kontokorrentgeschäft be 
schlagenden Zahlen und Bemerkungen in den Berichten. 
Bei einer Reihe von Instituten unserer Gruppe zeigen die Effekten- 
bestände, dass verhältnismässig zu viel Mittel in Aktien und Obligationen 
der Lokalindustrie, manchmal eines einzigen Etablissements angelegt sind. 
Gelegentlich ist nach dem aufgeführten Aktienbesitz eigentlich die Bank 
der Besitzer des Geschäftes. Diese Papiere der kleinen Lokalindustrie 
gesellschaften, die keine ersten Landes- oder gar Weltfirmen sind, der 
Hotelgesellschaften oder der Genossenschaften, haben, wenn überhaupt, 
einen ganz beschränkten Markt und sind nichts weniger als liquid. Eine 
Lokalbank sollte sich nie derart tief einlassen, dass ihr Sein oder Nichtsein 
fast von einer Industriegesellschaft abhängt; solche Emissionen sollten 
deshalb nur in Anlehnung an ein grösseres Institut vorgenommen werden. 
Wie schon erwähnt, ist nicht in allen Fällen aus dem Geschäftsbericht 
ersichtlich, bei was für Emissionen die betreffenden Banken sich beteiligten; 
noch weniger ersieht man, ob als Syndikatsmitglied, Unterbeteiligte oder 
Zeichnungsstelle, und nur ganz vereinzelt ist der Betrag des eingegangenen 
Engagements angegeben. Gewiss handeln bei dieser Plazierung der Effek 
ten die Lokal- und .Mittelbanken im Interesse der gesamten Volkswirtschaft.
	        
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