Full text : Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Frankreichs  Bank-  und  Finanzwirtschaft.

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willt,  dem  Staate  ihre  finanziellen  Güter  darzubieten,  so  wird  dieser
sich  an  das  kapitalkräftigere  Ausland  wenden  müssen,  um  dort  durch
Anleihen  und  Krediteröffnungen  die  für  seine  Kriegführung  unumgänglich ­
  notwendigen  Kapitalien  zu  erlangen.  Die  Beschaffung  des  Kapitals
zur  Kriegführung  ist  hiernach  auf  drei  Wegen  möglich:  durch  Notenbank, ­
  Anleihe  im  Inlande  oder  Krediteröffnung  im  Auslande.
Um  nun  in  den  gefahrvollen  und  an  Wechselfällen  so  reichen  Tagen
des  Krieges  in  der  Wahl  der  Mittel  nicht  behindert  oder  eingeengt  zu
sein,  hatte  die  französische  Regierung  in  der  Parlamentssitzung  vom
4.  August  1914  sich  eine  Blankovollmacht  für  ihre  künftigen  Handlungen ­
  erteilen  lassen.  Sie  darf  während  der  Vertagung  der  Kammern
sich  provisorisch  eröffnen:  „alle  ergänzenden  und  außergewöhnlichen
Kredite,  die  für  die  Bedürfnisse  der  nationalen  Verteidigung  notwendig
sind,  durch  von  der  Regierung  zu  erlassende  Dekrete,  die  vom  Ministerrat ­
  beschlossen  und  genehmigt  worden  sind".  Ihre  Maßnahmen  unterliegen ­
  seitens  der  gesetzgebenden  Körperschaften  nur  der  nachträglichen
Genehmigung.
Schon  die  Tradition  führte  den  Finanzminister  zunächst  zur  Notenbank. ­
  Zu  ihr  hatte  das  Schatzamt  das  alte  Vertrauen  bewahrt,  und  auch
jetzt  wurde,  wie  in  früheren  Jahrzehnten,  die  Bank  von  Frankreich
zur  ausschließlichen  Kriegsfinanzierung  herangezogen.  Es  wurde  bereits ­
  unter  dem  Kapitel  „Notenbank"  ausführlich  dargelegt,  wie  die
Vorschußpflicht  der  Bank  von  Frankreich  gemäß  den  Anforderungen
gesteigert  wurde,  und  wie  von  Woche  zu  Woche  die  Vorschüsse  gewaltig ­
  anwuchsen  und  in  den  kürzesten  Zeitabschnitten  hohe  Ziffern
erreichten;
Am  31.  Juli  1914  ....  205,00  Mill.  Frcs.
,,  1.  Oktober  1914  ....  2x00,00  ,,  ,,
„  15.  Oktober  1914  ....  2400,00  „  „
,,  10.  Dezbr.  1914  ....  3600,00  ,,  ,,
„  24.  Dezbr.  1914  ....  3900,00  „  „
Dieses  rasche  Anwachsen  m  den  ersten  fünf  Kriegsmonaten  kann
wenig  verwundern,  denn  die  Ausgaben  für  die  Kriegführung  wurden
durch  die  Kosten  der  Mobilmachung  erhöht.  Auch  späterhin  ruhte  die
Last  der  Geldbeschaffung  auf  der  Notenbank,  trotz  aller  Bestrebungen,
neue  Kapitalquellen  zu  erschließen.  Hieifür  gibt  die  nachstehende
Tabelle  einen  kleinen  Überblick.  Im  Laufe  der  Monate  betrugen  dann
die  Vorschüsse  (in  Mill.  Frcs.):
So  vom  1.  August  1914  bis  1.  Februar  1915  4100,00
„  1.  Februar  1915  „  x.  April  1915  4800,00
„  1.  April  1915  „  I.  August  1915  6500,00
„  1.  August  1915  „  I.  Dezbr.  1915  7600,00
„  1.  Dezbr.  1915  ,,  3°-  Dezbr.  1915  5200,00  (X.  Kriegs-Anleihe)
„  1.  Januar  1916  „  4-  Mai  1916  7600,00
„  4.  Mai  1916  „  6.  Juli  1916  8300,00
„  6.  Juli  1916  „  3.  August  1916  8500,00
Diese  Z  hlen  zeigen  das  Gesamtbild  der  Inanspruchnahme  während
zweier  Kriegsjahre  an.  Im  Dezember  1915  sank  die  Vorschußsumme
            
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