Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft.
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in dem diese noch freien Vorschußsummen verbucht werden. Eine
Spezifikation dieses Postens, wonach zu erkennen wäre, welche Staaten
und in welcher Höhe sie an diesem Diskontkredite beteiligt sind, ist
nicht zu ermitteln.
Sie beliefen sich in der Gesamtsumme am:
n. März 1915 auf 71,40 Mill. Frcs.
29. Juli 1915 auf 310,00 „ „
31. März 1916 auf 890,00 „ „
27. Juli 1916 auf 1179,00 „ „
28. August 1916 auf 1345,00 „ „
Das Schatzamt stützte sich also während der ganzen Kriegszeit in
einem nicht geringfügigen Umfange auf die Zentralnotenbank. Soweit
es in den ersten Kriegsmonaten die Bank von Frankreich vollends
für sich in Anspruch nahm und mit ihren Vorschüssen Krieg führte,
kann ihm hieraus kein Vorwurf gemacht werden. Denn die Vorbedingungen
für die Auflage einer Kriegsanleihe waren in den ersten
Kriegsmonaten nicht gegeben. Das Nationalvermögen der französischen
Republik ist unter die weitesten Kreise der Bevölkerung verteilt.
und große Kapitalien sind nur in wenigen Händen konzentriert.
Diese Zersplitterung bildet zwar eine gewisse nationale Stärke des
Landes, ist aber für die erfolgreiche Durchführung großer Anleihe-Transaktionen,
die auf dem Subskriptionswege aufzubringen wären,
durchaus hinderlich. Die großen, von wenigen Händen geleiteten Vermögen
sind vielfach im Auslande oder werden von dort aus verwaltet,
und die Besitzer mittlerer Vermögen haben in den politischen Krisen
der letzten Jahre große Verluste — vor allem an ausländischen
Werten — erlitten und halten sich seit längerer Zeit vom Anleihemarkt
fern. Hierzu kommt, daß die regelmäßigen Eingänge von Zinsen, Koupons
und Dividendenscheinen aus den ausländischen und zum großen
Teil auch der inländischen Effekten ausbleiben, und dieser hohe Ausfall
konnte leicht die Annahme hervorrufen, daß die Kapitalien wohl verloren
sein werden. Sie wurden ja von den Kriegführenden in Festungen,
Munition, Kriegsgerätschaften aller Art, so vor allem in Rußland, Balkan,
Belgien angelegt und sind nun entweder vernichtet oder in den Händen
des Feindes. Der scharfe Rückgang der 3 % Rente, die hohen Kursstürze
der französischen Eisenbahn-Obligationen und Aktien sind auch
nur geeignet, Furcht und Argwohn der Kapitalisten zu stärken. Schließlich
ist noch das laufende Einkommen infolge des gestörten Wirtschaftslebens
geringer oder zum Teil gänzlich fortgefallen. Die Kreditbanken
waren mit ausländischen Effekten überladen und zahlungsunfähig.
Ein nicht zu unterschätzender Faktor für die Möglichkeit und den Erfolg
einer Anleihe-Auflegung liegt im Vertrauen des Volkes zum Staate.
Aber das siegreiche Vordringen des Feindes im eigenen Lande war eher
geeignet, der Bevölkerung den Glauben an den eigenen Sieg zu erschüttern
oder gar vollends zu nehmen, als etwa Vertrauen zur Regierung
einzuflößen. Sollte es aber dennoch gelungen sein, den Patriotismus
des Volkes zu erwecken, damit er sich auch auf den finanziellen