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heitskeime — sehr viele Sattler leiden an Schwindsucht — durch
die in Privatwohnungen angefertigten Militärausrüstungen auf die
späteren Gebraucher übertragen werden. Dies müsse man ver
meiden. Heimarbeit verleite überdies zu einer ungeregelten Arbeits
zeit, die voin sozialpolitischen und hygienischen Standpunkte zu be
kämpfen sei. In 'den Werkstätten und Fabriken habe man sich an
die von der Arbeitsordnung vorgeschriebene Arbeitszeit zu halten.
Dieser Zivang fehle dem Heimarbeiter. Mancher betrachte es so
gar als einen Vorteil der Heimarbeit, daß er unbegrenzt arbeiten
könne. Deswegen komme es meistens vor, daß der Heimarbeiter
bemüht sei, in einer überlangen Arbeitszeit, öfters mit Unter
stützung seiner Familienangehörigen, so viel wie angängig Arbeit
herzustellen, zum Schaden -der eigenen Gesundheit und der seiner
Familie.
Die Heimarbeit übe ferner auf die Preisbildung einen bedeu
tenden Einfluß aus. Der Wochenverdienst eines Heimarbeiters
werde ohne Rücksicht auf Ueberarbeit und Hilfe der Familienange
hörigen als normaler Wochenlohn betrachtet, bei Festsetzung der
Preise als maßgebend angesehen und vielfach als Vorwand zur
Herabsetzung der Akkoudpreise gebraucht. Dies alles trage zu einer
allgenreinen Herunterdrückung der Löhne bei. In der Zwischen
meisterfrage sei schor: vieles durch den Einfluß der Organisatiorr
bei ihren Mitgliedern geschehen. Auch durch Vertrag mit den Fa
brikanten habe man das Zwischenmeistersystem auszumerzen ge
sucht. Ganz seien die Zwischenmeister aber heute noch nicht ver-
schwrrnden, weshalb ein behördlicher Eingriff Wohl am Platze wäre.
Die Arbeiter wünschen, daß in die Verträge, welche vom
Kriegsministerium mit den Firmen, die sich um Militärarbeit be
mühen, abgeschlossen würden, folgende Bestimmung aufgenommeir
werde: „Der Unternehmer verpflichtet sich, die übernommenen Ar
beiten in eigenen Werkstellen anzufertigen. Das Weitergeben der
Arbeit an Zwischenmeister und Hausindustrielle ist untersagt."
Hierzu bemerken die Sattler: Während früher die übernom
menen Arbeiten in eigenen Betriebswerkstätten zur Fertigstellung
gelangten, habe dies jetzt zum größten Teil aufgehört. In den