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gerichtsrat Th. Joh. Jos. Lenzen unter dem Titel „Sammlung
von Ansichten öffentlicher iPlätze, merkwürdiger Ge
bäude und Denkmäler in Köln“ mit „Aphorismen aus Köln’s
Geschichte“ herausgegeben hat.
Lenzen hat darin die für Philologen merkwürdige Entdeckung gemacht,
daß „in ähnlich ausgesprochenen und geschriebenen griechischen Wörtern
meistens die nämliche, immer aber eine gleichartige Bedeutung mit dem
Sinne unserer Volkssprache“ zu finden sei. „Je gemeiner, der unteren
Volksklasse eigenthümlicher dergleichen Wörter sind, desto genauer
findet man ihre Uebereinstimmung.“ So führt er z. B. die Bezeichnung
Lys in Lyskirchen auf das griechische Avaig, Befreiung von Schuld durch
Sühnopfer, zurück und jraeint, „unser erlösen, im gemeinen Kölnischen
erlüsen vom Uebel im Vater unser“ müsse die gleiche Bedeutung haben.
Den Namen „Igel- oder, wie die Kölner sprechen, Eigelstein“ erklärt er
nach aiyialog, Ufer, „als von einer Uferfestung herrührend (Stein heiße im
alten Deutsch eine Festung: Ehrenbreitstein, jKönigstein). Das sind aller
dings Muster einer „Volks-Etymologie“.
Im übrigen bietet das Duodezbüchlein zu den kleinen Stein
druckbildchen eine gute Aufzählung der Sehenswürdigkeiten,
vornehmlich der Kölner Kirchen.
Ungleich wertvoller aber war der im nächsten Jahre (1828)
erschienene vortreffliche Führer durch die Städte „Köln und
Bonn“, der heute noch (eine in mancher Hinsicht anregende
Quelle für die damaligen Zustände in beiden Städten, die Verkehrs
einrichtungen am Rhein und dergl. darstellt. Das 330 Seiten
starke Buch, das namenlos erschien und von dem im Jahre 1830
eine von N. B. Sautelet in Köln besorgte französische Ueber-
setzung herauskam, hatte für Köln Dr. Karl Georg Jacob und
Mathias Josef de Noel, für Bonn den Professor Nöggerath“
zu Verfassern.
J ! acob, 1796 zu Halle 1 , geboren und seit 1826 Oberlehrer am evan
gelischen Friedrich-Wilhelm-Gymnasium zu Köln, ein gelehrter Philolog,
starb als Professor an der Landesschule Pforta im Jahre 18919. De Noel
(1782—1849) war ein bekannter, für seine Vaterstadt gleich seinem väter
lichen Freunde Wallraf begeisterter Kölner ,5 . In dem gründlichen
Werkchen vermittelt der Stadtplan in Steindruck ein gutes Bild der
damaligen Stadt, deren Umwallung, auf Grund der Kabinettsorder vom
11. März 1815 unter Leitung des Generalleutnants von Rauch gebaut,
damals 19 Tore, 7 bewohnte Wälle, einen Sicherheits-, einen Freihafen
und 7 bewohnte Gräben hatte.
Auch das Gebiet des Handels und der Handelspolitik, auf dem
von jeher die Bedeutung Kölns geruht hat, sollte dem Verlag