Full text: Leben und Lehre des Buddha

Die Formel vom Kausalnexus. 
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lichen nennen, Maskarin Gosälikäputra, einer der sec^s 
Lehrer, die zugleich mit Buddha im Lande umherzogen. Er war 
der Stifter der Sekte der Äjivikas, die der König Asoka Priyadarsin 
(263—226, nach andern 272—232 vor Chr.) in einer seiner 
Felseninschriften erwähnt. Sie müssen also damals noch zahlreich 
gewesen sein. Er ist auch den Jainas wohlbekannt, die ihn Go- 
sala Mankhaliputta nennen und zu einem abtrünnigen Schüler 
ihres Meisters Mahävira machen. Von der Lehre des Makkhali 
ist uns leider sehr wenig bekannt. Wir erfahren aber, daß er 
lehrte: „Es gibt kein Handeln, es gibt keine Tat, es gibt keinen 
Willen", also die Freiheit des Willens leugnete. Ihm traten 
Nabavlra und Buddha gegenüber. Mahavira lehrte: „Es gibt 
eine Anstrengung, es gibt ein Handeln, eine Kraft, einen Willen, 
mannhaftes Wollen und Tun", und Buddha: „Ich lehre, daß es 
ein Handeln, eine Tat, einen Willen gibt." Buddha erklärte: wie 
von allen gewebten Gewändern ein härenes das schlechteste sei, so sei 
von allen Lehren die des Makkhali die schlechteste. Nach Buddha 
kann also der Mensch sein Schicksal beeinflussen, ja, bestimmen. 
Der erste Satz der Kausalitätsformel besagt also: Wer die 
Lehre des Buddha nicht kennt und nicht bekennt, wird nicht frei 
von den Prädispositionen zu einer neuen Geburt. 
Der zweite Satz lautet: „Aus den Samskaras entsteht die Denk 
substanz." Das Wort für Denksubstanz ist Vijfiana, Pali 
Vinnana, und das entspricht genau der Buddhi des Samkhya. 
Die Scholiasten gebrauchen beide Worte als Synonyma. Buddhi 
ist gewöhnlich die Fähigkeit, Vorstellungen zu bilden und festzu 
halten, die Urteilskraft, die Einsicht. In der Philosophie des 
Samkhya aber ist Buddhi eine Substanz, die Denksubstanz. Sie 
ist das Organ der Unterscheidung, des Urteils, der Entschließung, 
und sie gilt für das hervorragendste der inneren Organe, weshalb 
sie auch Mahat, „das Große", oder Mahan, „der Große", ge 
nannt wird, im Yoga Gitta „Denken", „Gedanke", „Sinn". Auch 
die Buddhisten bezeichnen das Yijnäna als eine Substanz, ein 
Element (Dhätu). Es ist ihnen das sechste Element neben Erde, 
Wasser, Feuer, Wind, Äther. Es wird als ein feines, nichtkörper 
liches Element gedacht, das nicht mit dem Menschen stirbt, sondern 
mit und durch die Samskaras nach dem Tode übrig bleibt und 
der Keim zu einer neuen Existenz ist. Es ist identisch mit dem 
Biügasarlra des Samkhya (S. 65). Die Samskaras erzeugen es; 
es ist ihre Entwicklung, ihre Entfaltung, ihr Jndieerscheinungtreten. 
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