Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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Der  Kasseler  Umschlag  schickt  das  von  Mündener  Schillern
heraufgebrachte  Gut  ebenfalls  per  Achse  nach  Frankfurt  zu.  Der
Hersfelder  Umschlag  wird  bei  der  nochmaligen  Umladung  in  Kassel
und  den  kleinen  Böten  ein  lokaler  gewesen  sein.
Im  neunzehnten  Jahrhundert  verliefe  das  nach  Kassel  bestimmte
Berggut  vielfach  schon  in  Karlshafen  die  Weser 1 ),  da  Hessen  diese
Boute  derzeit  erleichterte,  obwohl  Karlshafen-Kassel  fünf  Meilen,
Münden-Kassel  nur  zwei  Meilen  Achsfuhr  sind.  Karlshafen  hat  auch
in  der  Abwicklung  seines  Verkehrs,  die  mancherlei  unmodernen
Beschränkungen  Möndens  nicht.  Dann  kommt  die  Eisenbahn  hinzu.
Weitreichenden  Verkehr  hat  an  der  Oberweser  sonst  nur  noch
Minden  mit  seinem  westfälischen  Hinterland  und  einem  Umschlag
nach  der  Lippe  und  dem  rheinisch-westfälischen  Gebiet  gehabt. 2 )

b  Auch  für  Frankfurt  schon  Ende  des  18.  Jahrhunderts.
2 )  Vgl.  die  Mündener  Instruktion  für  den  Güter-Bestäter,  die  Versendung
der  Güter  nach  Frankfurt,  Hanau  und  Mainz  betreffend  von  1787,  abgedruckt
bei  P  at  j  e,  Abrifs  des  Fabriken-,  Gewerbe-  und  Handelszustandes  in  den
churbr.-lüneburgischen  Landen,  1796,  S.  283  ff.,  eine  neuere  Ordnung  von  1814
hat  Joh.  H.  Z.  Willige  ro  dt,  Das  Mündensohe  Stadtrecht,  1817,  S.  220,
benutzt.  In  Münden  war  zu  Anfang  des  19.  Jahrhunderts  */a  Eigen-  und
2 /s  Speditionshandel.
Im  übrigen  vgl.  zu  Mündens  und  der  anderen  Plätze  Handelsbeziehungen
auch  die  Darstellung  in  den  zitierten  Schriften  von  Patje,  Willigerodt,
Geschichte  von  Münden  in  vorzüglicher  Hinsicht  auf  Handel  und  Schiffahrt,
Göttingen  1808,  bei  v.  Hormayr,  v.  Reden,  Hühn,  Nicolaus  Minnemann,
  Oratio  panegyrioa  de  Visurgis  origine,  situ  aliisque  ad  hanc  rem
facientibus  qua  physicis  qua  historicis,  Bremae  1685  ;  (Gothaische)  Handlungs-Zeitung,
  1786,  S.  50  ff,,  1787,  S.  66  ff.;  W.  Lotze,  Gesch.  d.  Stadt  Münden,
1878,  S.  236  ff.;  D.  Reinhold  und  J.  Oltmanns,  Der  deutsche  Handelskanal, ­
  1817,  S.  190.  Es  mag  auch  noch  allgemein  auf  die  Bremer  Chroniken
verwiesen  sein,  obwohl  sie  im  allgemeinen  mehr  zum  Seehandel  als  zum  Oberländer ­
  Handel  bieten.  Wilhelm  Dilich  (Heinrich  Krefting),  Drbis  Bremae
et  praefeoturarum,  quas  habet,  typus  et  ohronicon,  Cassellis  1604,  p.  3.  charakterisiert ­
  kurz  den  damaligen  Bremer  Handel,  wenn  er  von  den  Versendungen
spricht,  die  die  Bremer  an  die  Oberweserstädte  machen,  von  wo  dann  die
Franken  etc.  die  Ware  abholen.
Minden  stand  mit  auf  der  Liste  der  Umgehungen,  an  die  man  während
des  Streites  mit  Holland,  wegen  des  Seezolls,  den  dieses  bei  der  Rheinzollregelung ­
  aussondern  wollte,  dachte.  Daher  hat  man  vor  1831  sowohl  die  Verbindung ­
  von  der  Weser  nach  der  Lippe,  wie  auch  eine  weiterreichende  Eisenbahn ­
  von  Minden  bis  Köln,  die  auch  Motz,  der  Leiter  der  preußischen  Zollvereinspolitik, ­
  befürwortete,  der  bereits  1828  dem  Könige  eine  Eisenbahn  von
Minden  nach  Lippstadt  vorgeschlagen  hatte  (vgl.  a.  v.  Treitschke,  D.
Geschichte,  III.  Teil,  1903,  S.  463),  erwogen.  Es  kam  vor  dem  endgültigen
Bau  1848  zur  Gründung  zweier  Aktiengesellschaften  für  die  Bahn
            
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