Full text: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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Für Lübeck und die Ostseeplätze spielte eine ähnliche Rolle, 
wenn auch, da es sich um einen noch weitergreifenden Meereszoll 
handelte, die Folgen noch allgemeiner sind, die Ablösung des 
dänischen Sundzolles 1857 1 ). 
Für die Nebenflüsse kamen Vereinbarungen, wo es sich um 
mehrere Staaten handelte, und Reglements, auch bei Gelegenheit der 
Zolleinungen, zumeist ebenfalls in den zwanziger und dreifsiger 
Jahren zustande 2 ). Immerhin bedeuteten die konventionellen Schiff 
fahrtsakten nur Freiheit der Organisation, noch nicht Abgaben 
freiheit, die das weitere Programm der Flufsschiffahrtsagitation 
bildete. Besonders drückend wurden die Flufszölle empfunden, als 
durch den Erfolg der Zollbundspolitik endlich nur noch zwei Zoll 
bünde übrig geblieben waren, der Steuerverein und der Zollverein, 
innerhalb welcher der Verkehr frei war, so dafs nun die Ströme ihre 
bevorzugte Stellung, die sie, solange noch der Zollkampf geführt 
wurde, ganz besonders hatten, einbüfsten, und mit der eintretenden 
Konkurrenz der Eisenbahnen 3 ). Grofse Hoffnungen, die sich nicht 
erfüllten, erweckte das Jahr 1848 auch auf diesem Gebiet 4 ). Man 
163) vgl. bereits 1835 (Taylor), Remarks on the proposed railway from 
Manöver and Brunswick to Hamburg, Hamburg 1835, p. 53: ‘‘They must make 
a sacrifice of the Stade duty on the ships and cargoes, which are discharged 
at Harburg .... The town raust be declared a free port.“ 
*) Der Vertrag vom 14. März 1867 in der bremischen Ausfertigung findet 
sich ebenfalls in Victor Böhmerts Bremer Handelsarchiv im I. Bde. unter 
Nr. 40, S. 205 ff. Bremen hat so viel, wie Hamburg und Lübeck zusammen, 
oder das Doppelte von jedem bezahlt. Mit dem 1. April 1857 hörte der Sund 
zoll auf. 
2 ) So wurden am 18. Januar 1828 im bayrisch-württembergischen Zoll 
vereinsvertrag alle Stapel- und Umschlagsrechte für aufgehoben erklärt u. a.; 
das Lippe-Schiffahrtsregulativ ist vom 19. Mai 1823, die preufsische Kabinetts 
ordre wegen der Mosel- und Saarschiffahrt vom 6. Dezbr. 1837, das Reglement 
wegen der Moldauschiffahrt vom 31. Januar 1832 datiert usw. 
s ) Vgl. u. a. Jahresberichte der Vereinten Weser-Dampfschiffahrt in 
Hameln, 1848, S. 22—23, 35; 1849, S. 25, 26, 27, 28. In Bremen war nach 
den Verträgen wegen der Steam-Navigation-Company (s. Post) für die vier 
bremisch-amerikanischen Stapelartikel der steuervereinliche Transitzoll zu 
Wasser und Land ermäfsigt worden und die Konkurrenz des Landwegs dadurch 
scharf geworden. 
4 ) Vergl. den Jahresbericht des Direktors G. H. L. Rose von der Gesell 
schaft der Vereinten Weserdampfschiffahrt in Hameln zum Jahre 1848 vom 
8. Juli, S. 22—23 und zum Jahre 1849 vom 30. Juni, S. 25—26 („Es war 
aller Grund vorhanden, dafs der Artikel Flufs-Zollverhältnisse in dem 
Berichte pro 1847 zuletzt die Direktion beschäftigt, wenigstens in dem pro 1848 
von dem Wegfall derselben zugleich würde haben Nachricht gegeben werden 
können, aber auch die Weser unterliegt ferner dieser Geifsel, vielleicht weil
	        
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