Full text: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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erreichen, dafs die noch ansstehenden vier Schleusen (die 20000 Gulden kosten 
sollten) gebaut wurden, obwohl die Frankfurter Kaufleute zugesichert hatten, 
dafs sie ihre Bremer Waren auf dem neuen Wege über Kassel und Fulda 
beziehen wollten, tfle ansgeführten Schleusen verschwanden zum Anfang des 
neunzehnten Jahrhunderts (Brunner, S. 227 ff., 241). Bis Hersfeld fuhren 
Markt schiffe zweimal wöchentlich bis in die neueste Zeit. Ihre Fahrten sind 
geschildert in Dingelstedts Roman Die neuen Argonauten. Zu Jeromes 
Zeiten wurden im Andenken an seine Marinelaufbahn viele Lustfahrten auf der 
Fulda gemacht (Brunner S. 242 ff.) Vergl. Keller, Weser und Ems, 
Berlin 1901, II. Bd. S. 373, 437, u. a. Zu dem ausschliefslichen Recht der 
Mündener Schiffer auf die Kasseler Schiffahrt, s. Brunner, S. 210, (16. Jahrh. ff.) 
Patje, S. 440 ff. u. a. und im folgenden. — Im siebzehnten Jahrhundert 
wollte man auch die Werra im oberen Laufe schiffbar machen; Landgraf 
Moritz von Hessen setzte sich 1602 und 1603 mit der sächsisch-hennebergischen 
und kurmainzischen Regierung wegen der Werra in Verbindung. Die Bemühungen 
scheiterten aber an dem Widerstande der Dörfer Frauenbreitungen, Wernshausen 
und Schwallungen und der adligen Ganerben zu Walldorf, die für ihre Wiesen 
wegen des Treibens fürchteten. In den Jahren 1657—1668 gab sich Herzog 
Ernst der Fromme von Gotha grofse Mühe, die Werraschiffahrt oberhalb Wan 
fried ins Werk zu setzen. Er liefs sich einen kaiserlichen Freibrief für eine 
Probefahrt die Werra und Weser hinunter an den Stapeln vorbei ausstellen. 
Ein Schiff kam auch bis Münden. Nachdem liefs er im ganzen 30 Schiffe zu 
Themar bauen und hatte ein Kornhaus zu Münden. Der weitere Plan eines 
Kanals zum Main oder Maingebiet, bezw. der Erlangung von Speisewasser für 
die Werra aus dem Maingebiet zur Sommerszeit, konnte nicht ausgeführt 
werden. 1667 bis 1668 schickte er viel Flofsholz nach Bremen zum Wieder 
aufbau der 1666 zerstörten Londoner Stadtteile. Später ging der Schiffsverkehr 
oberhalb Wanfried wieder ein. Wanfried erhielt 1608 Stadtrecht, „weil bei ihnen 
wegen des Werrastrombs vil Ab- und Zureisens und Handtirens“, wurde auch 
als Niederlage privilegiert. Jedes neugebaute Schiff der dortigen Schiffer hatte 
Zollfreiheit von dem Landgrafen von Hessen für die erste Reise, was später 
wegen Mifsbrauchs in ein einmaliges Geldgeschenk umgewandelt wurde. Im 
fünfzehnten und sechzehnten Jahrhundert wird von Verfrachtungen von Waid, 
Getreide von den Plätzen Kreuzburg, Mihla, Ebenshausen und Treffurt berichtet, 
wobei die Schiffe auch verkauft wurden, auch Flöfse. 947 schon begegnet 
Schiffahrt auf der Hörsei etc. — Auch von der Werra wird berichtet, dafs sie 
die Franzosen im siebenjährigen Kriege im Oberlauf von Wanfried bis 
Salzungen durch Schleusen haben schiffbar machen wollen, ohne dafs es aber 
znr Ausführung kam (s. D. Rein ho Id und J. Oltmanns, Der deutsche 
Handelskanal, Bremen und Leer 1817, S. 165.) Vergl. Brunner, Beiträge 
zur Geschichte der Schiffahrt in Hessen, in Zeitschrift des Vereins für hess. 
Gesch., N. F., Bd. XVI., S. 231 ff.; G(eorg) L(andau), Die Bemühungen der 
hessischen Landgrafen Wilhelm IV. und Moriz zur Belebung des Gewerbefleisses, 
im Hessischen Volksblatt, Jahrg. 1843/44, No. 3, S. 12; derselbe, Geschicht 
licher Überblick der Bauten und Projekte zur Schiffbarmachung der hessischen 
Flüsse, ebenda Jahrg. 1843/44, No. 16, S. 67, No. 17, S. 71; J. Kuntz, Herzog 
Ernst des Frommen Bemühungen um die Schiffahrt in Thüringen, Deutsche Bau 
zeitung, XXX. Jahrg., S. 557, 564 ff.; B. Hofmann, Herzog Ernst der Fromme in 
seinen Beziehungen zu Bayern, in Das Bayerland, XIII. Jahrg., S. 88 ff.; Jacob
	        
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