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Es bestand eine alte Rivalität zwischen Hessen und dem
hannoverschen Stapel Münden 1 ), der Kasseler Umschlag beruht auf
Stapel gegen Münden, der bereits im 14. Jahrhundert begegnet 2 ),
aber übrigens auch in den Wasserverhältnissen eine Begründung
findet, es kommt dann mehrfach zu energischen Streitfällen und auf
dieser alten Angelegenheit beruht auch die Anlegung des Konkurrenz
platzes Karlshafen im 18. Jahrhundert. 3 )
Marperger, Neu eröffnete Wasserfahrt auf Flüssen und Canälen, Dresden
und Leipzig 1723, S. 71; H. Keller, Weser und Ems, Berlin 1901, II. Bd.
S. 374 ff. S. w. Johann Ludolf Quentin, Berichtigung eines Abrisses von
der Schiffahrt auf der Weser, 1788, S. 13, 25; (Gothaische) Handlungs-Zeitung,
IV. Jg., 1787, S. 59.
r ) Joh. M. Zacharias Willigerodt, Geschichte von Münden in
vorzüglicher Hinsicht auf Handel und Schiffahrt, Göttingen 1808, S. 61, 70,
180 ff., 400, 516 ff. Privileg von Herzog Otto dem Kind vom 7. März 1246.
In Münden war, wie in Bremen, und in noch höherem Mafse, die Wahrung des
Umschlags in der späteren Zeit die Hauptsache. Die älteren Kaufsrechte wurden
neuerdings aber auch noch ausgeübt und insofern der Stapel namentlich auf
Glas, Mühlensteine, Flofsdielen, Bauholz, irdene Krüge, Baumsohiffe projeziert.
Vergl. auch weiter Hugo Brunner, Beiträge zur Geschichte der Schiffahrt in
Hessen, besonders auf der Fulda, in der Zeitschrift des Vereins für hessische
Geschichte und Landeskunde, N. F., XVI. Bd., 1891, S. 206 ff.; Thilo
Hampke, Die Kanalisierung der Fulda von Münden bis Kassel, Denkschrift
zur Eröffnung der Fuldaschiffahrt, im Aufträge des Stadtrats und der Handels
kammer zu Kassel, Kassel 1895, S. 3; H. Keller, Weser und Ems, Berlin 1901,
I. Bd., 2. Abt., S. 3 ff.; Wilhelm Lotze, Geschichte der Stadt Münden
nebst Umgegend, Münden 1878, S. 234 ff. Aufser den hannoverschen Bestätigungen
ist das Mündener Stapelrecht 1589 von Kaiser Rudolf konfirmiert worden. Hessen
drang mit seinem 1578 am Reichsgericht anhängig gemachten Prozefs gegen das
Mündener Stapelrecht nicht durch.
2 ) Christoph Rommel, Geschichte von Hessen, Marburg und Kassel
1820 ff., II. Teil, S. 107; Brunner, S. 208. 1336 Privileg Kaiser Ludwigs.
3 ) Rommel, cit. In den Hormayr sehen Fragmenten werden auch
ältere Fälle erzählt. (II, S. 23.) Landgraf Karl von Hessen zog die Hugenotten
ins Land, von denen 1685 6000, 1697 14 000 und weitere Zuzüge 1720 ein-
wanderten, die Gewerbe und Handel belebten, und baute 1699 bis 1706 Karls
hafen, das er mit der Fulda bei Kassel durch einen Kanal verbinden wollte.
Er liefs dazu die Diemel schiffbar machen. S. im folgenden; August Engel,
Weserbuch, S. 36 ff.; Ernst Gerl and, Über die Kanal-Projekte
und Anlagen des Landgrafen Carl von Hessen in der Zeitschrift des Vereins für
hessische Geschichte und Landeskunde, N. F., IX. Bd., 1882, S. 348 ff.; W. L o tze,
Geschichte der Stadt Münden, Münden 1878, S. 114; G(e o r g) L(a n d a u),
Geschichtlicher Überblick der Bauten und Projekte zur Schiffbarmachung der
hessischen Flüsse, im Hessischen Volksblatt, Jahrg, 1843/44, No. 16, S. 68,
N°. 17, S. 11. Der 1803 geplante Versuch, den Verkehr von Veckerhagen nach
Kassel zu leiten, indem man Veckerhagen zum Umsohlagshafen machte, blieh
ohne Erfolg. Vgl. w. Ludwig Boclo, Der Begleiter auf dem Weserdampfschiffe
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