Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

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Kickenstein  unter  Holzminden;  unter  Lüchtringen  bei  der  sogenannten
Nachtigall;  hei  Herstelle;  über  Karlshafen,  in  der  Wille;  bei
Lippoldsberg;  bei  Bursfelde;  bei  Veckerhagen;  bei  Vaake. 1 )
An  der  Werra  wurden  Pferde  gebraucht. 2 )  An  der  Fulda
mussten  ältere  Versuche,  den  Pferdezug  unterhalb  Kassel  einzuführen,
wieder  aufgegeben  werden.  Es  blieb  im  neunzehnten  Jahrhundert ­
  dort  beim  Leinenziehen  durch  die  sogenannten  Bockzieher,
Linienzieher,  wie  sie  sonst  meist  heissen. 3 )  An  der  Aller  bestand
Menschenzug  bis  durch  das  Amt  Ahlden,  doch  für  die  Zeit  vom
16.  Oktober  bis  1.  April  waren  die  hannoverschen  Schiffer  gegen

*)  Friedr.  Kühn,  Die  Weser,  Zeitschrift  des  Vereins  für  deutsche
Statistik.  II.  Jahrgang,  1848,  S,  389;  H.  Keller,  III.  Bd.,  S.  146.  Auf  der  Dnterweser
  ist  nur  noch  auf  der  Strecke  bis  Vegesack,  wo  man  nur  mit  Westwind
segeln  konnte,  das  Feeren,  wie  es  im  Bremischen  heilst,  bis  zu  den  siebziger
Jahren  betrieben  worden.  Im  Beginn  des  neunzehnten  Jahrhunderts  wurde  eine
Pferdezugsanstalt  mit  besonders  verpflichteten  Bauern  eingerichtet.  Die  behenderen ­
  und  kleineren  Unterweserkähne  liefen  sonst,  wie  auch  die  Seeschiffe
unter  Segel  und  mit  der  Flut.  S.  dazu  Sammlg.  versch.  Verordn,  in  Hdlgs.-  u.
Schiffts.-Sachen  d.  fr.  R.-St.  Bremen  (1750),  S.  106;  Patje,  kurzer  Abrifs,
1796,  S.  440  ff.;  Meidinger,  Die  deutschen  Ströme,  IV.  Bd.,  1854,  S.  36  u.  a.;
Sammlung  Dnterweserschiffahrt  der  Bremer  Stadtbibliothek;  A.  Engel,  Weserbuch, ­
  1845,  S.  132;  Handelskammer-Jahresberichte  f.  1866,  S.  42,  1867,  S.  49,
1868,  S.  50,  1869,  S.  56;  u.  i.  f.;  Heinrich  H  o  o  p  s,  Geschichte  der
Gemeinden  Grambke  und  Büren,  Bremen  1905,  S.  186;  H.  Cassens,  in  den
Bremer  Nachrichten  vom  16.  Juli  1907.  Die  Niederbürener  und  Hasenbürener
Treidelbauern  nannten  sich  die  Peerbuern,  wie  die  Leister  Fuhrleute  die  Frachtbuern.
  Übrigens  sind  die  Arster  und  Habenhauser  auch  am  (Oberweser-)
Schiffszug  beteiligt  gewesen.  Ihr  letztes  unaristokratisches  (Häusler-)Gewerbe,
das  sie  noch  heute  betreiben,  war  das  Strafsenpflastern,  das  sie  aber  früher,
manchmal  auf  Jahre,  bis  nach  Rufsland  führte  [(Johann  Smidt),  Die
freie  Hansestadt  Bremen,  Abschnitt  XXXVI.  aus  A.  F.  W.  Crome,  Geogr.-stat.
Darstell,  d.  Staatskr.  v.  d.  s.  zum  d.  Staatenbunde  gehör.  Ländern,  IV.  Teil,
Leipzig  1828,  S.  459.]
2 )  Vgl.  Patje,  Kurzer  Abrifs,  1796,  S.  440  ff.;  Brunner,  in  der  Zeitschrift ­
  für  hess.  Gesoh.  u.  Landeskunde  N.  F.  XVI.  Bd.,  S.  202  ff.
3 )  So  noch  1840,  s.  H.  Keller,  Weser  und  Ems,  1901,  II.  Bd.,  S.  437,
Brunner  berichtet  von  den  Bestrebungen,  den  Pferdezug  an  der  Fulda  durohzuführen,
  und  von  den  etwaigen  Einflüssen  des  dveifsigjährigen  Krieges.  Im
achtzehnten  Jahrhundert  ist  auch  von  Kassel  nach  Hersfeld  mit  Pferden  getreidelt ­
  worden  (S.  233,  238).  Zum  Linienziehen  an  der  Fulda  im  18.  Jahrhundert ­
  s.  sonst  (Gothaische)  Handlungs-Zeitung,  1787,  S.  59.  Hier  wird  auch
der  Ausdruck  Heuerochsen  als  anderwärts  gebräuchlich  erwähnt.
Die  Kasseler  Bürger  protestierten  1651  namentlich  gegen  den  Pferdezug
an  ihren  Gärten  und  verlangten,  dafs  die  Pferde  am  sogenannten  Sauplatz
ausgespannt  würden.
            
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