Full text : Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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schäften  zur  Verfügung  steht.  Die  Erwägungen,  die  wir  an  Tabelle  XXII
anzustellen  vermögen,  erinnern  uns  in  vielem  an  die  Betrachtungen,  welche
sich  an  die  Tabelle  VIII  anschlossen.
Tabelle  XXII.

Liquiditätsschema

Zeitpunkt ­


A

B

C

D

Aktiva

Passiva

Aktiva

Passiva

Aktiva

Passiva

Aktiva

Passiva

ti

lOOD
100  KO

100  B

100  A

100  C

100  B

100  D

lOOC

100  A

ta

100  D

—

100  KO

100  C

100  B

lOOD

lOOC

100  A

t3

100  D

—

—

—

100  KO

lOOD

lOOC

100  A

t4

100  D

—

—

—

—

—

100  KO

100  A

ts

100  KO

—

—

—

—

—

—

Es  seien  uns  vier  Personen,  A,  B,  C,  D  gegeben.  A  sei  im  Besitze  von
100  Kronen  in  Gold,  100  K  habe  er  überdies  von  D  zu  fordern,  während  er
selbst  an  B  100  K  schuldig  sei,  die  anderen  Personen  B,  C,  D  seien  der
Reihe  nach  100  K  schuldig  und  hätten  gleichzeitig  100  Forderungen  im  Besitz.
Wie  im  Falle  der  Warenzirkulation,  den  Tabelle  Vlll  darstellt,  können  alle
Verpflichtungen  glatt  abgewickelt  werden,  wenn  4  Zeitabschnitte  zur  Verfügung ­
  stehen.  Sollten  alle  Schulden  am  gleichen  Tage  fällig  sein,  so  müßten
entsprechende  Prolongationen  vorgenommen  werden.  Wird  in  Krisenzeiten  die
sofortige  Barzahlung  verlangt,  so  kann  A  noch  gerade  den  B  zahlen,  aber
C  ist  bereits  bankerott.  Wir  sehen,  wie  in  diesem  schematischen  Falle  die
Liquidität  eines  Systems  von  Personen  von  der  Zeit  abhängt,  welche  zur  Bezahlung ­
  der  Schulden  zur  Verfügung  steht.  Diese  Abhängigkeit  der  Liquidität
von  der  zur  Verfügung  stehenden  Zeit  kann  bereits  in  den  Bilanzen  vorweggenommen ­
  erscheinen  und  dadurch  die  Situation  von  vornherein  verschlimmern.
D,  der  voraussieht,  daß  C  vielleicht  nicht  zahlen  kann,  wird  den  Schuldschein
oder  Wechsel  des  C  dann  gar  nicht  zum  vollen  Betrag  in  die  Bilanz  einstellen, ­
  sondern  vielleicht  nur  mit  50  K  bewerten.  Ebenso  wird  vielleicht  C
gegenüber  der  Forderung  des  B  Vorgehen,  auch  A  wird  gegenüber  D  das
gleiche  tun.  Es  können  dann  zu  einer  Zeit,  in  der  die  Schulden
noch  gar  nicht  fällig  sind,  die  Gesamtpassiven  des  Systems
durch  diese  Vorwegnahmen  bereits  größer  sein,  als  die
Gesamtaktiven!  Selbstverständlich  ist  der  vorliegende  Fall  sehr  schematisiert. ­
  Es  ist  angenommen,  daß  B  gegen  C  zahlungsunfähig  wird  in  demselben ­
  Augenblicke,  in  dem  er  von  A  Geld  bekommt.  Aber  dies  ändert  an
der  Brauchbarkeit  der  ganzen  Betrachtung  nichts.  Es  gibt  immer  eine  praktisch
bedeutsame  Dauer  der  Zahlungsabwicklung,  welche  an  irgend  einer  Stelle  der
Personenkette  ein  Abreißen  bewirken  muß.
Diejenigen,  welche  die  Aufrechterhaltung  der  Geld-  und  Kreditordnung
als  eine  der  Hauptaufgaben  der  Politik  ansehen,  treten  dafür  ein,  die  Banken
und  Sparkassen  mit  derartigen  Reserven  auszustatten,  daß  sie  allen  Anforderungen ­
  gewachsen  sein  können.  Sie  übersehen  dabei  nicht  selten,  daß  eine
volle  Kriegsbereitschaft  die  Geschäftsbereitschaft  erheblich  heruntersetzt.  E  s
könnte  dazu  kommen,  daß  man  aus  Angst  vor  einem  Kriege,
der  vielleicht  in  30  Jahren  ausbricht,  eine  ganze  Genera-
            
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