Full text: Durch die Kriegswirtschaft zur Naturalwirtschaft

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Jedenfalls sehen wir aber, daß eingehende Forschungen erforderlich sind, um 
jene Form der Kriegsentschädigung ausfindig zu machen, die dem Sieger den 
größten Vorteil bringt. Tribute, die früher allgemein verbreitet 
waren, widersprechendem heute so stark entwickelten Sou 
veränitätsgefühl. Es fragt sich aber, ob es nicht Sieger 
geben kann, die dies Gefühl nicht weiter schonen. 
Schlußbemerkungen. 
Ich hoffe, daß es mir gelungen ist, zu zeigen, welcher Reichtum von Problemen 
sich eröffnet, wenn man daran geht, die Kriegswirtschaftslehre als Ganzes ins 
Auge zu fassen. Mit einer Stellungnahme zum Problem des 
Krieges und Friedens hat die Kriegswirtschaftslehre zu 
nächst nichts zu tun. Das möchte ich am Schluß nochmals mit allem 
Nachdruck wiederholen. Sie untersucht Zusammenhänge, sie 
sucht aber nicht, Stimmung zu machen. Nach Feststellung der Tat 
bestände bleibt dem Kriegsfreund die Möglichkeit, zu sagen: Aus diesen Aus 
führungen entnehme ich, daß es auf Grund meiner Anschauungen am besteu 
ist, von Zeit zu Zeit einen Krieg zu führen oder mindestens immer zum Kriege 
zu rüsten, während der Friedensfreund sagen kann: Aus den Ergebnissen der 
Kriegswirtschaftslehre ergibt sich mir die Notwendigkeit, das Kriegführen be 
sonders heftig zu bekämpfen. Ich habe aber vor allem auch zu zeigen gesucht, 
daß es sich um überaus verwickelte Zusammenhänge handelt und es ein Wagnis 
ist, sich ohne eingehende Untersuchungen und sehr reifliche Überlegungen 
für irgendeinen Standpunkt zu entscheiden. Bei jedem einzelnen Problem konnte 
ich meist auf wesentliche und kaum zu lösende Schwierigkeiten hinweisen. Frei 
lich, die Wirklichkeit wartet nicht darauf, daß man alle Probleme löst, ehe man 
handelt, und immer wieder ist der Mensch gezwungen, energisch und ohne zu 
zögern, auf Gebieten vorzugehen, die er keineswegs übersieht. Aber wenn er 
schon ohne ausreichende Einsicht handeln muß, dann soll er dies wenigstens 
wissen. Dann wird die Neigung Zurückbleiben, unaufhörlich an der Erringung 
von Einsicht zu arbeiten. Daran können alle Parteien in gleicher Weise mit- 
wirken. 
Ich kann am Schluß nur nochmals wiederholen, daß die Kriegswirtschafts 
lehre vor allem einer ununterbrochenen Pflege benötigt. Alle Kultur beruht auf 
Erfahrungen und deren den Verhältnissen entsprechende Verwertung. Die Kriegs 
wirtschaftslehre wird immer bedeutsamer, weil die Kriegslasten immer stärker 
anwachsen, weshalb man ihre Einwirkung auf den Volkskörper 
systematisch studieren muß, soll nicht einmal ein Zu 
sammenbruch stattfinden, den man nicht vorausgesehen hat. 
Alle diese Probleme haben dazu geführt, daß ich die Gesamtorganisation 
in den Mittelpunkt der Betrachtung gerückt habe. Insbesondere auch die Orga 
nisation der internationalen Welt. Nur wenn man ganze Staatenverbände berück 
sichtigt, kann man die Wirkungen eines Weltkrieges einigermaßen richtig pro 
phezeien lernen. Aber auch das kann nicht die Arbeit einzelner ¡sein. Nur emsige 
Zusammenarbeit wird Erfolge in dieser Richtung bringen. Insbesondere dürfte 
das Zusammenwirken von Armee- und Zivilverwaltung in der nächsten Zeit eine 
größere Rolle spielen als bisher. Armee und Zivilverwaltung haben ihr eigenes 
Leben. Das hat einen bestimmten sozialen Zweck, aber diese Selbständigkeit kann 
auch zu Reibungen führen und zu unnützer Kraftverschwendung. Derartige 
Konflikte kommen aber nicht nur zwischen Armee und Zivil vor. Auch innerhalb 
der Armeeverwaltung und innerhalb der Zivilverwaltung gibt es Rivalitäten, die 
zuweilen lähmend wirken. Diese lähmenden Wirkungen sind umso stärker, 
je fremder man einander gegenübersteht, je seltener gemeinsam gearbeitet wird. 
Wird die Kriegsorganisation zu etwas, das alle Teile der Armee und Zivilver 
waltung angeht, an der also gemeinsame Kommissionen dauernd mitwirk en, dann 
nimmt auch das gegenseitige Verstehen zu, und es wird allen klar, daß
	        
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