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eine starke Armee sich dauernd nur in einem starken Volkskörper erhält. Eine
Armee, die auf Kosten der Volksgesundheit sich erhält,
treibt Raubbau. Freilich: in welchem Falle die Armee den Volkskörper
zu stark in Anspruch nimmt, wann dagegen durch eine Schwächung der Armee
die Gesamtheit leidet, das kann man allgemein kaum angeben. Aber daß man
überhaupt diesen grundlegenden Fragen dauernde Aufmerksamkeit zuwendet,
wäre bereits ein gewisser Erfolg. W^nn das Verständnis für den Volkskörper
zunimmt, dann werden auch die einzelnen Institutionen richtiger gewertet werden,
als dies heute vielfach der Fall ist.
Alle Teile des Staates haben ein Interesse daran, daß die übrigen Teile ge
deihen. In diesem Interesse für einander besteht das wahre Staatsgefühl. Die
Einheit des Staates besteht vor allem darin, daß man sich gegenseitig kennt. Diese
gegenseitige Kenntnis fördert alle Wissenschaften, die sich mit dem Staatsorga
nismus beschäftigen. Zu ihnen gehört auch die Kriegswirtschaftslehre.