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Taylorsystems innerhalb einer Fabrik unmittelbar die Verkürzung der Arbeitszeit
zur Folge hat.
Wir müssen diese Dinge morgen in Angriff nehmen, sollen wir den
Untergang unseres Wirtschaftslebens aufhalten und jene Lähmungen beseitigen
können, welche der teilweisen Sozialisierung, den unbestimmten Erwartungen
anhaften. Ein Wirtschaftsplan, welcher die Durchführung aller technischen
Neuerungen gestattet, kann uns noch retten, er kann aber heute nur, wenn
die Entscheidung darüber in den Händen Aller liegt,
verwirklicht werden. Man wird hohe Prämien denen versprechen müssen,
welche diese Organisation rasch und klaglos durchzuführen vermögen, ihnen
Ehre und Ruhm sichern, wie sie ehedem den großen Feldherren winkten.
Wie die große französische Revolution ihre Armeeführer aus der Erde
stampfte, so muß die große deutsche Revolution ihre Wirtschaftsgenerale
aus der Erde stampfen und sie nehmen, wo
sie sie findet. Jeder Mann an der Drehbank muß den Marschallstab unter
seinem Werkzeug haben. Mit Kleinmütigkeit und Vorsicht wird nichts Großes
geschaffen ; Klarheit und Einfachheit allein, gepaart mit dem Willen, das
Erstrebte zu verwirklichen, sichern den Erfolg.
Der neue Geist der Sozialisierung muß alles durchdringen ; jede Einzelmaßnahme
muß unter diesem Gesichtspunkt betrachtet werden. Aller G e -
winnbeteiligung des Staates an großen Unternehmungen kann daher
keine entscheidende Bedeutung beigemessen werden, da sie noch auf dem überlieferten
Reingewinnwesen der Geldordnung beruht. Das gleiche gilt von der
gesamten Steuerpolitik, welche nur als Übergangsmaßnahme in Frage
kommt. Eine vollständig sozialisierte Wirtschaft kennt keine Steuern, da ja
alle Lebenslagen, alle Einkommen unmittelbar von der Gesamtheit bestimmt
werden, die Steuer aber selbständige Einkommen voraussetzt !
Wenn wir alles unter dem Gesichtspunkt auffassen, daß die Volkswirtschaft
ein Riesenbetrieb ist, welcher vor allem auf Prämien für Leistungen
aufgebaut ist, dann müssen wir arbeitslose Renten aller Art auf ein Mindestmaß
einschränken, sie im allgemeinen nur Greisen, Kranken und Jugendlichen
zubilligen. Die Frage der Ablösung des alten Unternehmertums müßte ebenfalls
unter diesem Gesichtswinkel betrachtet werden. Es ist von größter
Wichtigkeit für den Fortbestand der Lebensordnung, daß wohlerworbene Rechte
gewahrt werden, ihre Form wird aber durch die jeweilige Gesellschaftsordnung
bestimmt. Es liegt nun nicht im Interesse der Gesamtheit, die Unternehmer
durch arbeitslose Renten zu entschädigen. Es wäre zweckmäßiger,
ihnen als Entschädigung erhöhte Arbeitseinkommen zu bewilligen, falls sie
innerhalb der neuen Ordnung weiter verwendet werden. Die Höhe der Entschädigung
hätte die durchschnittliche Lebenslage, die „Konsumquote‘^ des
Unternehmereinkommens zu berücksichtigen, nicht aber jenen Einkommensteil,
welcher der „Kapitalisierung“ zu dienen pflegte. Überhaupt ist die plötzliche
Ausschaltung einer Gruppe von Menschen, unter denen sich sehr fähige Köpfe
befinden, ungemein bedenklich. Wenn man überhaupt einmal der Rentenfrage
gelegentlich der Sozialisierung zu Leibe gehen sollte, wäre es auch denkbar,
die Frage der Anleihen unter diesem Gesichtspunkt zu erörtern und die
Möglichkeit ins Auge zu fassen, sie durch erhöhte Arbeitseinkommen abzulösen,
um ihnen die lähmende Wirkung zu nehmen, welche sie innerhalb der
Volkswirtschaft allzuleicht ausüben.
Die bisherigen Ausführungen haben an einigen Beispielen zu zeigen
versucht, welche Fülle von Verknüpfungen, welche Mannigfaltigkeit von Möglichkeiten
die Sozialisierung in sich beschließt. Da die Sozialisierung, wenn
überhaupt, sofort ins Werk gesetzt werden müßte, um die Unsicherheit
und Halbheit zu beseitigen, die heute alles lähmt und unsere Wirtschaft ernstlich
bedroht, um jene immer mehr um sich greifende Unruhe zu beheben,
welche in breiten Kreisern auftritt, weil die wirtschaftlichen Früchte
der Revolution auf sich warten lassen, bedarf es auch besonderer Vorkehrungen,
welche die Umgestaltung der Geldordnung für die Übergangszeit
einleiten.
Wenn man auch nicht die Geldordnung sozialisieren kann, so vermag