Full text: Girowesen im griechischen Ägypten, enthaltend Korngiro, Geldgiro, Girobanknotariat mit Einschluss des Archivwesens

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Teil IV. Girobanknotariat. 
mache oder sonst etwas bestimme, jedenfalls soll auch dieses rechts 
gültig sein, gleich als wenn es innerhalb des Testamentes geschrieben 
stände“. Der Erblasser behält sich also vor, sein notarielles Testa 
ment, das jenen Satz enthält, gegebenenfalls aus dem Besitzamte 
zurückzufordern, um Zusätze oder Abänderungen vorzunehmen; 
damit er jedoch das versiegelte Testament nicht zu öffnen braucht, 
will er in solchem Falle die Zusätze oder Abänderungen unter das 
èTÒóaigov schreiben, also unter die Ausgabeverfügung, mittelst 
deren das Besitzamt das in seinem Verwahrsame befindliche Testa 
ment an den Erblasser auf Erfordern zurückgibt. 
Daß das èTÒómgov eine amtliche Verfügung des Besitzamtes 
ist, mittelst deren eine im Besitzamte beruhende Urkunde an den 
Berechtigten zurückgegeben wird, möchte noch aus der Urkunde 
P. Lond. III S. 159 Nr. 1164 e (212 n. Ohr.) zu folgern sein. Diese 
Urkunde ist ein selbständiger Girobankvertrag über einen 
Kauf. Das Gerippe lautet: 
Zepîjvoç — ’AXeHávòpip — TrcTTpaKévai tòv ’AXéHavòpov 
Tip ZeppvLu — TÙ ÜTTápxovra aÙTip pépr| oîkhjùv òúo — 
èXGóvia eîç aÙTÔv ànô [òiJkuíou [Trjapaxmpricreijuç 
Tevopévriç xaià ôiaTpaqpfjv xfjç — [ipjaTréiÜriÇ — ôttô lé- 
Kvujv Xaipppovoç —, KOI àv€ipfj(J0ai tòv irujXoûvTa Tiapà 
Toû mvoupévou Tpv crugTrecpmvnpévriv irpôç àXXpXouç Tippv 
àpTupiou ôpaxpàç x. Kpaxeiv ouv Kai Kupieùeiv tòv Zepfjvov 
— TÚJV TTeTrpapévujv auxip pepuüv —, Tfjç ßeßaiihcrem5 — 
èHaKoXouGoúcrriç tlù ttujXoûvti AXeHâvbptu —, Kai Travra tòv 
èireXeucrópevov — ÓTroaTiíaeiv aÒTÒv —, Kai dvéòcuKev 
aÙTip TÒ TrapauTçt èKÒóaipov ttiç TrapaxwpfjCTeujç, 
eiç TÒ péveiv aÒTip xà irap’ aùxoû ÒÍKaia. 
Es verkauft Alexandres an Serenos Hausanteile, die dem 
Alexandres in Verfolg einer Trapaxújpriffiç von seiten der Kinder 
des Chairemon zugefallen sind. Die Trapaxiúppmq ist die Abtretung. 
In welchem Zusammenhänge diese irapaxiúprimç geschah, wissen 
wir nicht. Jedenfalls ist zu beachten, daß hier die irapaxiúpricriç 
den Inhalt eines Girobankvertrages bildet (fevopévriç Kaxà òiaypa- 
(pf|v xpaTréÍTiÇ)? dieser Vertrag kein Kaufvertrag sein kann, da 
er sonst nicht Trapaxiúpricnç genannt worden wäre, und daß die 
TTapaxiúpncriç nur zu dem Zwecke erfolgt sein wird, um irgend eine 
V erbindlichkeit zu lösen ^ Diese Verbindlichkeit wird ein Schuld- 
* Eine uapaxáípnoiç von Katökenbesitz (Abschn. 98) liegt hier nicht vor.
	        
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