109
t ei Wachsamkeit und einige mechanische Schutzeinrichtungen können
dies schon erreichen. Mangelt es jedoch an einem Nominierungsorgan
und treten die Kandidaten aus eigenem Antriebe in die Arena, so ist
irgendeine Form der Stichwahl oder des Proportionalwahlsystems nö
tig. Ich möchte mich nicht wiederholen. Was ich ausdrücklich hervorzu
heben wünsche, ist nur die Schlußfolgerung, daß die ungeordnete Menge
fürNominationszwecke wertlos ist und für die Erledigung geschäftlicher
Angelegenheiten nicht ihr eigener Vollstreckungsausschuß sein kann.
Etwas dem „Caucus“ Verwandtes wird nötig. Hiermit verschlingt sich
das Problem, wie eine solche Einrichtung der Meinung der Partei
passend untergeordnet werden kann. Trotz seines häßlichen Namens
muß sich der „Caucus“ in jeder Partei, die über zahlreiche Mitglieder
gebietet und eine Politik großen Stils betreibt, stets vorfinden.
Doch die ganze Kraft der Kritik, die sich am System der Regierung
durch Parteien versucht hat, ist wohl gegen das System der Kabinette
gerichtet worden. Beim ersten Anblicke erscheint eine Kabinettsre
gierung vernunftwidrig. Daß eine Handvoll Männer, die von einem
Manne auserkoren werden, privatim Zusammenkommen und Staats
geschäfte erledigen, daß sie von Ressort zu Ressort versetzt werden,
um das eine Jahr im Unterrichtsministerium und das nächste im
Marineamt zu erscheinen, daß das Versehen des einen das aller anderen
ist, daß die von ihnen getroffenen Entscheidungen ihrer Partei ohne
Diskussion und mit wenig Aussicht auf grundlegende Verbesserungen
aufgezwungen werden, muß als ein wunderbarer Beweis von der
Dummheit unserer konstitutionellen Praxis erscheinen, wenn all dieses
dann noch in einer Sprache vorgetragen wird, die gewählt ist, um die
ersichtliche Albernheit selbst der farblosesten Darlegung des Systemes
zu erhöhen. Jedoch ist diese Folgerung bei näherer Prüfung nicht so
einleuchtend. Ganz und gar verblaßt sie aber, wenn die Kritiker ihre
eigenen Heilmittel vorschlagen, von der Kontrolle der Ministerialab-
teilungen durch Ausschüsse bis zum System der Ernennung der Mi
nister durch Wahlen.
Alle tätigen Gesellschaften haben die Tendenz, einen engeren Kreis
oder Rat, einen Ausschuß der Ausschüsse, einen Oberausschuß (a Ca
binet), herauszubilden. Je wichtiger ihre Aufgaben sind, desto nötiger
wird dies. Der Grund dafür liegt darin, daß die Diskussion wohl die
Angelegenheit vieler ist, daß aber die Ausführung nur einer oder we