Full text : Sozialismus und Regierung

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t  ei  Wachsamkeit  und  einige  mechanische  Schutzeinrichtungen  können
dies  schon  erreichen.  Mangelt  es  jedoch  an  einem  Nominierungsorgan
und  treten  die  Kandidaten  aus  eigenem  Antriebe  in  die  Arena,  so  ist
irgendeine  Form  der  Stichwahl  oder  des  Proportionalwahlsystems  nötig. ­
  Ich  möchte  mich  nicht  wiederholen.  Was  ich  ausdrücklich  hervorzuheben ­
  wünsche,  ist  nur  die  Schlußfolgerung,  daß  die  ungeordnete  Menge
fürNominationszwecke  wertlos  ist  und  für  die  Erledigung  geschäftlicher
Angelegenheiten  nicht  ihr  eigener  Vollstreckungsausschuß  sein  kann.
Etwas  dem  „Caucus“  Verwandtes  wird  nötig.  Hiermit  verschlingt  sich
das  Problem,  wie  eine  solche  Einrichtung  der  Meinung  der  Partei
passend  untergeordnet  werden  kann.  Trotz  seines  häßlichen  Namens
muß  sich  der  „Caucus“  in  jeder  Partei,  die  über  zahlreiche  Mitglieder
gebietet  und  eine  Politik  großen  Stils  betreibt,  stets  vorfinden.
Doch  die  ganze  Kraft  der  Kritik,  die  sich  am  System  der  Regierung
durch  Parteien  versucht  hat,  ist  wohl  gegen  das  System  der  Kabinette
gerichtet  worden.  Beim  ersten  Anblicke  erscheint  eine  Kabinettsregierung ­
  vernunftwidrig.  Daß  eine  Handvoll  Männer,  die  von  einem
Manne  auserkoren  werden,  privatim  Zusammenkommen  und  Staatsgeschäfte ­
  erledigen,  daß  sie  von  Ressort  zu  Ressort  versetzt  werden,
um  das  eine  Jahr  im  Unterrichtsministerium  und  das  nächste  im
Marineamt  zu  erscheinen,  daß  das  Versehen  des  einen  das  aller  anderen
ist,  daß  die  von  ihnen  getroffenen  Entscheidungen  ihrer  Partei  ohne
Diskussion  und  mit  wenig  Aussicht  auf  grundlegende  Verbesserungen
aufgezwungen  werden,  muß  als  ein  wunderbarer  Beweis  von  der
Dummheit  unserer  konstitutionellen  Praxis  erscheinen,  wenn  all  dieses
dann  noch  in  einer  Sprache  vorgetragen  wird,  die  gewählt  ist,  um  die
ersichtliche  Albernheit  selbst  der  farblosesten  Darlegung  des  Systemes
zu  erhöhen.  Jedoch  ist  diese  Folgerung  bei  näherer  Prüfung  nicht  so
einleuchtend.  Ganz  und  gar  verblaßt  sie  aber,  wenn  die  Kritiker  ihre
eigenen  Heilmittel  vorschlagen,  von  der  Kontrolle  der  Ministerialabteilungen
  durch  Ausschüsse  bis  zum  System  der  Ernennung  der  Minister ­
  durch  Wahlen.
Alle  tätigen  Gesellschaften  haben  die  Tendenz,  einen  engeren  Kreis
oder  Rat,  einen  Ausschuß  der  Ausschüsse,  einen  Oberausschuß  (a  Cabinet), ­
  herauszubilden.  Je  wichtiger  ihre  Aufgaben  sind,  desto  nötiger
wird  dies.  Der  Grund  dafür  liegt  darin,  daß  die  Diskussion  wohl  die
Angelegenheit  vieler  ist,  daß  aber  die  Ausführung  nur  einer  oder  we ­
            
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