Heimlichkeit ihre eigene Rechtfertigung erzeugen. Sie formen eine
Bureaukratie, die sich dem Blicke der Öffentlichkeit entzieht und sich
vor der öffentlichen Kontrolle durch Fiktionen über das wunderbare
Werk des Fachmannes und der staunenswerten Allwissenheit des stän
digen Beamten schützt. Gerade über diese Ämter, die schwierige Ge
schäfte zu erledigen haben, sollte der Wind der öffentlichen Meinung am
ungehindertsten und freiesten dahinfegen. Daß sich die auswärtige Poli
tik in die geheimen Gemächer der Bureaukratie zurückzieht, ist durch
aus zu bedauern. Die Parteidisziplin hat dieser Absonderung Vorschub
geleistet, mit ihr wird sie auch verteidigt. Dies erscheint mir eines der
beunruhigendsten Vorzeichen des gegenwärtigen Kurses der Kabinetts
autorität. Ganz besonders während der letzten zehn Jahre oder der
letzten zwei Dezennien sind die politischen Ereignisse in der Richtung
verlaufen, die Macht der Parteien im Parlamente zu organisieren mit
dem Ergebnis, daß das Parlament selbst fast aufgehört hat, der Wäch
ter über die Exekutivgewalt zu sein, die von dem Kabinett usurpiert
worden ist. Dies hat zu der Auffassung geführt, daß dem Parlamente
die Exekutivbefugnisse zurückgegeben werden würden, wenn die von
ihm eingesetzten Ausschüsse die Geschäfte der Kabinettsminister über
nähmen. Mir erscheint dies ein wertloser Vorschlag 1 . Hätte ein Ko
mitee des Unterhauses die Arbeiten der Minister zu erledigen, so müßte
es ein Parteiausschuß sein, der die Instruktionen des ersten Einpeit
schers der Regierung oder irgendeines Komitees für allgemeine Ange
legenheiten (General Purposes Committee), das sich überwiegend aus
Mitgliedern der Regierungsmehrheit zusammensetzt, akzeptiert. Aber
wie könnte die Opposition in einer solchen Kommission tätig sein? Wie
könnte z. B. ein Budget auf diesem Wege fertiggestellt werden? Wäre
das Komitee unabhängiger und weniger offiziell als ich voraussetze, so
könnte es nur dann arbeitsfähig sein, wenn die Verantwortung für die
Politik und für die Arbeitszeit des Parlamentes von den Schultern der
Regierung genommen würde. Dies würde die Einheitlichkeit der Gesetz
gebung zerstören, und die verantwortliche Majorität der Kontrolle
über die Geschäfte des Hauses berauben. Die Folge wäre, daß die re
präsentativen Einrichtungen zu einem Possenspiel herabsänken. Die
dem Lande gegenüber kontrahierten Verbindlichkeiten müßten von
1 Es ist auch vorgeschlagen worden, daß eine jede mit Ausgaben verbundene Mini-
sterialabteilung einen Parlamentsausschuß zur Seite haben sollte. Ich wäre hier
mit einverstanden, nur dürfte sich dieser Ausschuß nicht mit der Politik befassen.
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