Full text: Sozialismus und Regierung

Während und indem sich diese Organisation gliedert, sollte das Reichs 
parlament darauf bestehen, daß es in allen Reichsangelegenheiten an 
gegangen und daß über Gesetzesvorlagen, für die seine Zustimmung 
eingeholt wird, die Diskussion eröffnet werde, damit sie eventuell ver 
ändert werden können. In einigen Punkten, wie in der Landesvertei 
digung, kann die Konzentration vorteilhaft und sicher weitergehen. 
Die autonomen Staaten können wohl aufgefordert werden, zu der Ver 
teidigung des Reiches ihren Teil beizutragen und sich einem imperia 
listischen Systeme zu fügen, das alle Bedürfnisse des Reiches aufs sorg 
fältigste berücksichtigt, aber unmöglich ist es gegenwärtig, hierüber 
hinauszugehen. Selbstregierende Staaten, die eben aus dem Stadium 
der Bevormundung herausgetreten sind, die eifersüchtig über ihre Ge 
walt wachen und in dem Gebrauch derselben leicht ein aggressives 
Temperament zeigen, sind nicht darauf vorbereitet, sich einer Organi 
sation anzuschließen, die sie wieder unter irgendeinem Vorwand oder 
irgendeiner Bedingung unter eine höchste Autorität beugen will, so 
wie es eine Reichsföderation, ein Reichssenat oder ein Reichsrat not 
wendigerweise tun müßte. Unsere Pflanzstaaten müssen ihre natio 
nale Eigenart noch sehr entwickeln, bevor sie den Weg zum organi 
schen Imperialismus zurückfinden. Der organische Imperialismus eines 
Mutterlandes, das in Wirklichkeit eine souveräne Macht war — die 
Reichsfamilie —, ist bereits aufgelöst, während der organische Im 
perialismus eines Verbandes von Familien noch nicht existiert. In den 
Augen derer unter uns, die auf eine „Konföderation der Welt" hoffen, 
ist dies jedoch kein Grund, daß diese Vereinigung der Reichsfamilien 
nicht gedeihen sollte. Der Zerfall einer unitarischen Form muß die 
Ouvertüre zu einem reicheren, gehaltvolleren Typus der Einheit sein, 
geradeso wie die durch den Individualismus der kapitalistischen Kon 
kurrenz verursachte Zersetzung der feudalen Gesellschaftsordnung der 
höheren Einheitsform der Interessen und der Persönlichkeit prälu 
dierte, die der sozialistische Staat erzeugen wird. 
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