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Arbeitslohn und Kapital.
Buch I,
heit der Arbeiter das Verhältnis derer, welche ihren Verdienst direkt,
ohne Vermittelung eines Arbeitgebers, gewinnen, selbst in Europa
vor joo Jahren viel größer gewesen sein muß. Denn außer den in jedem
Lande in beträchtlicher Anzahl vorhandenen selbständigen Arbeitern,
ist seit der Zeit des römischen Reiches der Ackerbau großer Distrikte
Europas nach dem Halbpachtsystem betrieben worden, wobei der
Kapitalist seinen Ertrag vom Arbeiter, nicht aber der Arbeiter vom
Kapitalisten erhält. Jedenfalls muß in den vereinigten Staaten, wo
ein allgemein gültiges Lohngesetz dieselbe Anwendung finden muß
wie in Europa, und wo trotz der Fortschritte der Fabriken ein sehr großer
Teil der Bevölkerung noch selbständige Bauern sind, der Teil der
Arbeiter, der seine Löhne von einem Arbeitgeber bekommt, verhält
nismäßig klein sein.
Es ist jedoch nicht nötig, das Verhältnis, in welchem irgendwo
die selbständigen Arbeiter zu den gedungenen stehen, zu erörtern, noch
die Beispiele für die Tatsache zu vermehren, daß, wo der Arbeiter
seinen Lohn unmittelbar erhält, derselbe der Ertrag seiner Arbeit ist;
denn sobald man sich vergegenwärtigt, daß der Ausdruck Lohn allen
Arbeitsverdienst, sowohl den vom Arbeiter in dem Ergebnisse seiner
Arbeit direkt gewonnenen, als den von einem Arbeitgeber erhaltenen,
einschließt, ist es klar, daß die Annahme, die Löhne würden dem Kapital
entnommen — eine Annahme, auf der in den gewöhnlichen volks
wirtschaftlichen Büchern so unbedenklich ein ungeheurer Oberbau auf
gerichtet wurde —, wenigstens großenteils unrichtig ist, und das
Äußerste, was mit einem gewissen Anschein von Wahrheit behauptet
werden kann, ist, daß manche Löhne (d. h. die vom Arbeiter durch Ver
mittelung eines Arbeitgebers empfangenen) dem Kapital entnommen
sind. Diese Beschränkung der größeren Prämisse entkräftet sofort alle
Folgerungen, die daraus abgeleitet werden, aber ohne hier dabei zu
verweilen, wollen wir prüfen, ob dieselbe selbst in diesem beschränkten
Sinne mit den Tatsachen übereinstimmt, wir wollen den Faden da
aufnehmen, wo Adam Smith ihn fallen ließ und Schritt für Schritt
vorgehend, zusehen, ob das Verhältnis der Tatsachen, welches bei
den einfachsten Produktionsformen klar zutage liegt, nicht auch in
der verwickeltsten Stich hält.
Am nächsten an Einfachheit kommt jenem „ursprünglichen Zu
stande der Dinge" (von dem noch viele Beispiele zu finden wären, und
wobei der ganze Arbeitsertrag dem Arbeiter gehört) jene Einrichtung,
bei welcher der Arbeiter, obgleich für eine andere Person oder mit
dem Kapital einer anderen Person arbeitend, seinen Lohn in natura
empfängt, d. h. in den Dingen, welche seine Arbeit erzeugt. )n diesem
Falle ist es ebenso klar wie in dem des auf eigene Rechnung Arbeitenden,
daß die Löhne wirklich aus dem Arbeitserträge und keineswegs aus
dem Kapital entnommen werden, wenn ich einen Mann dinge, Eier
zu sammeln, Beeren zu pflücken oder Schuhe zu machen und ihn aus den