Full text : Die Entwicklung der deutschen Portland-Zement-Industrie ...

Die  Struktur  der  Kartelle.

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In  dieser  Form  existierte  der  Verband  bis  zum  Jahre  1903.
In  der  Krise  hatte  er  sich  jedoch  als  zu  schwach  erwiesen.
Seine  Schwächen  lagen  hauptsächlich  in  der  jährlichen  Kontingentierung ­
  und  darin,  daß  der  Verkauf  von  jeder  Fabrik  für  sich
und  nicht  gemeinsam  betätigt  wurde.  Durch  die  erstere  war  der
Anreiz  zu  Vergrößerungen  während  der  guten  Konjunktur  verstärkt ­
  worden,  w T eil  die  Werke  glaubten,  vom  nächsten  Jahre  an
mit  Recht  ein  höheres  Kontingent  beanspruchen  zu  können.
Durch  den  zweiten  Punkt  wurde  das  Ausgleichen  sehr  erschwert.
Die  neugegründeten  Fabriken  konnten  ihr  Kontingent  meist  nicht
absetzen,  da  ihre  Marken  nicht  eingeführt  waren.  Die  alten
Werke  berührte  es  jedoch  sehr  unangenehm,  wenn  sie  von  den
ohnehin  kärglichen  Gewinnen  während  der  Krise  noch  etwas  zum
Ausgleich  an  denVerband  zahlen  mußten.  Außerdem  mußte  das
Kontingent  der  neuen  Werke  vom  nächsten  Jahre,  da  es  ja  nach
dem  Absätze  des  Vorjahres  festgesetzt  wurde,  kleiner  werden,
was  diese  wieder  nicht  wollten.  Schließlich  kamen  auch  hier,
infolge  der  Art  des  Verkaufs  und  der  Preisfestsetzung  Umgehungen
der  Vertragsbestimmungen  vor,  ohne  daß  man  sie  nachweisen
konnte,  in  ähnlicher  Art  wie  bei  reinen  Preiskonventionen.  Es
war  daher  ein  Kartell  höherer  Form  nötig,  das  in  Gestalt  der
süddeutschen  Zementverkaufsstelle  G.  m.  b.  H.,  Heidelberg  Anfang
1904  ins  Leben  trat.  Sie  umfaßte  dasselbe  Gebiet  wie  der  alte
süddeutsche  Verband.  Neben  dem  gemeinsamen  Verkauf  hat  das
Kartell  noch  den  Zweck,  Fabriken  hydraulischer  Bindemittel  aufzukaufen ­
  und  zu  gründen.  Die  Gesellschaft  kauft  den  Zement
von  den  Werken  ein  und  verkauft  ihn  dann  an  die  Kunden.
Kein  Werk  darf  an  jemand  anders  als  an  sie  verkaufen.  Ihre
Organe  sind  die  Zentralstelle  (Hauptgeschäftsstelle),  die  Verkaufsstellen, ­
  der  Aufsichtsrat  und  die  Plenarversammlung  der  Gesellschafter. ­
  Die  Zentralstelle  ist  die  Zentralverkaufs-  und  Einkaufsstelle ­
  mit  zwei  Geschäftsführern  an  der  Spitze.  Ihre  Aufgabe
ist  die  Leitung  des  Geschäfts,  der  Einkauf  von  den  Gesellschaftern,
die  Verteilung  und  die  obere  Führung  der  Korrespondenz,  Kassen
und  Bücher.  Verkaufsstellen  sind  errichtet  in  Blaubeuren,
            
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