Full text : Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

75

rung  des  Materials  ist,  je  mehr  Ausgabestellen  vorhanden  sind,  desto
größer  ist  die  Gefahr  der  Verluste  durch  unredliche  oder  fahrlässige
Gebarung,  desto  größer  die  Bedeutung  wiederholter  scharfer  Kontrolle.
Materialpreise.  '
§  15.  Die  Materialien,  deren  Umformung  oder  Umwandlung
Zweck  der  Unternehmung  ist,  sind  entweder  auf  eigenem  oder
fremdem  Lager,  oder  sie  werden  von  auswärts  vollständig  bearbeitet, ­
  teilweise  bearbeitet  bziw.  in  rohem  Zustande  bezögen,  eingekauft, ­
  oder  sie  werden  im  eigenen  Betriebe  selbst  erzeugt.
Die  Verrechnung  des  Materialverbrauchs  in  der
Kalkulation  erfolgt  zum  wirklich  bezahlten  oder  dem  gegenwärtigen
Anschaffungswert,  zu  einem  unveränderlichen  Normaloder ­
  Verrechnungspreis.  In  einzelnen  Betrieben  mit  stark
schwankenden  Materialpreisen  läßt  man  den  Wert  der  Rohstoffe
zunächst  unberücksichtigt,  kalkuliert  nur  die  Herstellungsbzw.
  Bearbeitungskosten  und  rechnet  als  Materialselbstkostenpreis
jenen  Anschaffungspreis  an,  der  für  den  Deekungskauf  des  verarbeiteten ­
  Materials  zu  bezahlen  ist  (z.  B.  Kupferwalzwerke).
a)  Gewöhnlich  werden  die  zur  Verarbeitung  kommenden  Lagervorräte ­
  zum  wirklich  bezahlten  Anschaffungswert,
d.  i.  Einkaufspreis,  einschließlich  aller  Bezugskosten  bis  in  die
Fabrik  und  einschließlich  der  Bearbeitungskosten  des  Materials
kalkuliert.  Der  Tagespreis  bleibt  unberücksichtigt 1 ).
b)  In  der  Kostenberechnung  berücksichtigt  man  trotz  der  Lagervorräte ­
  den  gegenwärtigen  Tagespreis.  Der  Preisunterschied ­
  zwischen  den  wirklich  bezahlten  und  den  anzurechnenden
Tagespreisen  geht  zugunsten  oder  zu  Lasten  des  Unternehmergewinns. ­
  Ist  der  Preis  der  Rohstoffe,  von  denen  noch  alte  Bestände ­
  vorhanden  sind,  und  die  nun  aufgearbeitet  werden,  gesunken  2 ),
wird  für  das  Angebot,  für  das,  falls  erhebliche  Konkurrenz  der
Produzenten  in  Betracht  kommt,  der  billigste  Preis  entscheidet,  der
*)  Vgl.  Schmalenbach,  in  dessen  Zeitschrift,  III.  Jahrgang,  S.  50f.
*)  Ein  Hochofenwerk  berücksichtigt  beim  Jahresschluß  den  Marktpreis  der
Bestände  wie  folgt:
<*  *)  Bestand  -f-  Eingang  bis  1.  Dezember:
15  000  t  zu  10  Mk.  (Durchschnittspreis)  =  150  000  Mk.
ß)  Ausgang:
14  000  t  zu  10  Mk.  (Durchschnittspreis)  =  140  000  Mk.
Lagerbestand  Ende  Dezember  600  t  zum  Marktpreis  des  Monats  Dezember  zu
7  Mk.  =  Bestandswert  4200  Mk.  Der  Verbrauch  im  Monat  Dezember  von  400  t
berechnet  sich  wie  folgt:  150000—  (140000-f-4200)  =  5800  Mk.  auf  die  Tonne
berechnet  14,50  Mk.  Selbstkostenpreis  des  Verbrauchs  im  Monat  Dezember.  Di*
Wertminderung  der  Lagerbestände  wird  in  diesem  Beispiel  dem  letzten  Produktionsmonat ­
  zur  Last  geschrieben.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.