Full text : Die freiwilligen sozialen Fürsorge- u. Wohlfahrtseinrichtungen in Gewerbe, Handel u. Industrie im Deutschen Reiche

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J.  W.  Zanders,  Bergisch-Gladbach.

Fortzahlung  des  Gehaltes  oder  Lohnes.  Der  Vertrauensarzt  der  Firma  hält
täglich  im  Krankenzimmer  des  Werkes  Sprechstunden  ab,  unterstützt  von  der
Fabrikschwester,  der  die  ambulante  Kranken-  und  Hauspflege  obliegt.  Der  Körperpflege ­
  dienen  Wannen-  und  Brausebäderanlagen,  Milch-  und  Kaffeeküchen
bekämpfen  mit  Erfolg  den  Alkoholkonsum,  im  Turn-  und  Spielverein  sollen  die
jungen  Arbeiter  und  Arbeiterinnen  in  der  Turnhalle  und  auf  dem  grünen  Rasen  ihren
Körper  stählen.
Das  wirtschaftliche  Wohl  ihrer  Angehörigen  läßt  sich  die  Firma  J.  W.  Zanders  dadurch ­
  angelegen  sein,  daß  sie  den  Beamten  und  Arbeitern  den  Erwerb  eines  eigenen
Heims  durch  Hergabe  einer  2.  zinsfreien  Hypothek  erleichtert.  Für  billige
und  gute  Lebensmittel  sorgt  der  Wirtschaftsverein  der  Firma  und  der  seit  2  Jahren
bestehende  Fleischverkauf.  Die  mit  dem  Wohlfahrtsbureau  verbundene
RECHTSAUSKUNFTSTELLE  erteilt  unentgeltlich  Rat  in  allen  Rechtsstreitigkeiten
und  wird  von  den  Beamten  und  Arbeitern  eifrig  benutzt.
Die  FIRMENSPARKASSE  verzinst  Einlagen  bis  zu  10000  M.  mit  5%.
EINRICHTUNGEN  FÜR  DAS  GEISTIGE  WOHL.  Unter  den  Einrichtungen,  die  Gesittung ­
  und  Bildung  unter  den  Angehörigen  fördern  sollen,  sei  an  erster  Stelle  der  seit
28  J  ahren  bestehende  Fabrikgesangverein,  der  Cäcilienchor,  genannt,  der  von  einem  Königl.
Musikdirektor  geleitet  wird  und  sich  seiner  hervorragenden  Leistungen  wegen  eines  ausgezeichneten ­
  Rufes  erfreut.  Im  Orchesterverein  sind  die  musikkundigen  Angehörigen  der
Firma  vereinigt.  Um  besonders  den  jungen  Bureaubeamten  Gelegenheit  zu  geben,  sich  im
Englischen  und  Französischen  auszubilden,  sind  fremdsprachliche  Kurse  eingerichtet
worden,  für  alle  Bureaulehrlinge  ist  die  Teilnahme  an  diesen  Unterrichtsstunden  verbindlich. ­

FABRIKFORTBILDUNGSSCHULE.  An  der  Fabrikfortbildungsschule,  die  von  der
Firma  für  ihre  jugendlichen  Arbeiter  und  Arbeiterinnen  im  Jahre  1907  eingerichtet  worden
ist,  unterrichten  außer  dem  Direktor  4  Lehrer  und  3  Lehrerinnen.  Die  jugendlichen
Arbeiter  erhalten  Unterricht  in  Berufs-  und  Bürgerkunde,  Raumlehre  und  Rechnen,
Zeichnen  und  Turnen;  Nähen,  Kochen  und  Turnen  sind  die  Unterrichtsfächer  für  die
Arbeiterinnen.
JUGENDPFLEGE.  Durch  Wanderungen  mit  den  Jugendlichen,  Unterhaltungsabende ­
  und  Spiele  sucht  die  Firma  den  Forderungen  der  Jugendpflege  gerecht  zu  werden.
            
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