Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Antwort  aus  die  Forderungen  der  nicderschlcsischen  Bergarbeiter.
Auf  die  Forderungen  der  niederschlestscheu  Bergarbeiter  ging
vom  Minister  für  Handel  und  Gewerbe  folgende  Airtwort  ein:

„Berlin  W.  9,  den  19.  Januar  1918.
Auf  die  am  12.  d.  Mts.  hier  eingegangene'Vorstellung  vom  6.  d.
Mts.,  die  Löhne  im  niederschlesischen  Steinkohlenbergbau  betreffend.
Die  an  das  Kriegsamt  hier  gerichtete  Eingabe  des  Vorstandes  des
Verbandes  der  Bergarbeiter  Deutschlands  vom  20.  August  v.  Js.,  deren
Erledigung  in  der  Vorstellung  vom  6.  d.  Mts.  in  Erinnerung  gebracht
wird,  ist  durch  die  im  2.  Halbjahr  1917  eingetretene  Entwickelung  der.
Löhne  im  niederschlefischen  Steinkohlenbergbau  überholt  worden.
Mit  der  Eingabe  vom  20.  August  v.  Js.  war  die  Gewährung  eines
Durchschnittslohnes  von  8  Mark  für  den  niederschlefischen  Hauer  und
eine  entsprechende  Aufbesserung  der  übrigen  Löhne  angestrebt  worden.
Die  von  mir  veranlaßten  Ermittelungen  des  Kgl.  Oberbergamts  zu
Breslau  haben  ergeben,  daß  diese  Lohnhöhe  im  Anschluß  an  die  am
1.  Oktober  1917  eingetretene  Brennstoffpreiserhöhung  auf  einer  größeren ­
  Zahl  der  niederschlefischen  Steinkohlenbergwerke  im  Oktober  v.
Js.  bereits  überschritten,  auf  den  andern  mit  einer  Ausnahme  nahezu ­
  erreicht  worden  war.  Das  Kg.  Oberbcrgamt  rechnete  auch  mit  einer
weiteren  Aufwärtsbewegung  der  Löhne.
Aus  der  Vorstellung  am  0.  d.  Mts.  und  der  ihr  zugrunde  liegenden
Resolution  ersehe  ich,  daß  die  Beteiligten  jetzt  einen  Hauerdurchschnittslohn
  von  10  Mark  und  eine  Aufbesserung  der  sonstigen  Löhne  um  25
v.  H.  anstreben  und  im  Begriffe  stehen,  diese  Wünsche  zunächst  den
Werksverwaltungen  gegenüber  zu  verfolgen.  Unabhängig  von  diesem
Vorgehen  habe  ich  in  Verfolg  der  Vorstellung  neuerliche  Erhebungen
über  die  weitere  Entwickelung  der  Löhne  und  die  jetzige  wirtsch,«etliche
Lage  der  niederschlefischen  Bergleute  durch  die  Nachgeordneten  Behörden
veranlaßt  und  behalte  mir  vor,  nach  deren  Abschluß  auf  die  Vorstellung ­
  vom  0.  d.  Mts.  zurückzukommen."  (Unterschrift)

Diese  Antwort  ist  nicht  befriedigend.  Bezüglich  der  Entlohnung ­
  sind  die  niederschlesischen  Bergarbeiter  mit  am  ungünstigsten ­
  gestellt.  So  betrug  der  Durchschnittslohn  pro  Arbeiter
und  Schicht  und  die  Lohnsteigerung  der
Niederschießen  Ruhrgebiet

3.

Stei2. ­



8.

SteiViertel ­

  Viertel

geViertel ­



Viertel

ge1914 ­



1917

rung

1914

1917

rung

eigentlichen  Bergarbeiter

3,98

6,36

2,43

6,19

10,70

4,51

sonstigen  Bergarbeiter

3,49

5,50

27«  1

4,52

7,16

2,64

erwachsenen  Uebertagsarbeiter

3,17

4,56

1,89

4,37

6,72

2,35

jugendlichen  Arbeiter

1,34

2,61

1,27

1,44

2,95

1,51

Diese  Gegenüberstellung  zeigt  besser  als  Worte,  um  wieviel
die  niederschlefischen  Bergarbeiter  schlechter  gestellt  sind.  Hier
helfen  auch  nicht  Worte,  sondern  nur  eine  den  Verhältnissen  entsprechende ­
  Lohnerhöhung.  Wir  erwarten,  daß  der  unbefriedigenden ­
  Antwort  des  Handelsministers  bald  ein  befriedigendes
Entgegenkommen  in  der  Lohnfrage  folgt.
            
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