Full text: Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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kommt es darauf an, den allgemeinen Wünschen der Saarberg 
arbeiter entsprechend, dem Bergwerksministerium die Klagen 
und Beschwerden zu unterbreiten und zu zeigen, wo zuzufassen 
ist, wenn im Interesse des Vaterlandes, besonders während des 
Krieges, alles seinen ruhigen und ordnungsgemäßen Gang 
gehen soll. 
Ergebenst! 
Die Bezirksleitung des Verbandes der Bergarbeiter Deutschlands. 
I. 91.: Franz Pokornh." 
Eingabe bctr. Lohnerhöhung für alle Bergarbeiter. 
Essen, Bochum, Wanne, den 25. Juni 1913. 
An den'Zechenverband in Essen, Bismarckstraße. 
Nach der Bundesratsverordnung vom 15. Juni d. Js. sollen 
die Getreidepreise eine erhebliche Steigerung erfahren. Weizen 
und Roggen werden um 35 Mark die Tonne erhöht, Hafer und 
Gerste um 30 Mark. Diese Steigerung bringt auch eine Er 
höhung der Mehlpreise mit sich. Da heute ohnehin schon die 
Kosten der Lebenshaltung für die Bergarbeiterschaft fast uner 
schwinglich sind, sehen sich die unterzeichneten Verbände, in Er 
ledigung der immer dringender werdenden Vorstellungen der Be 
legschaften genötigt, für dieBergarbeiter folgendes zu beantragen: 
1. Für Hauer und Lehrhauer einen Durchschnittslohn von 
15 Mark pro Schicht, ausschließlich Kindergeld und etwaiger an 
derer Teuerungszulagen. 
2. Für erwachsene männliche Schichtlöhner unter imb über 
Tage eine Lohnerhöhung von mindestens 2 Mark pro Schicht. 
3. Für weibliche und jugendliche Arbeiter eine Lohnerhöhnna 
von mindestens 1 Mark pro Schicht. 
l. Eine Verdoppelung des Kindergeldes. 
Zur eingehenden Begründung vorstehender Anträge führen 
wir folgend-e -ms: 
Die demnächst eintretende Steigerung der Getreide- und 
Mehlpreise, die schon an sich eine erneute Belastung der Konsu 
mentenschaft bedeutet, muß im Zusammenhange mit den Preisen 
für alle anderen Lebensmittel, Kleidung,Schuhwerk usw. gewertet 
werden. Diese Preise sind heute so, daß- eine weitere Erhöhung 
der Lebensmittelpreise nicht mehr ertragen werden kann. Zwei 
fellos wird aber die Erhöhung der Getreidepreise eine Preisstei 
gerung für die anderen landwirtschaftlichen Produkte im Gefolge 
haben. Schon jetzt werden verschiedene Produkte genannt, die 
angeblich ebenfalls erheblich teurer bezahlt werden müßten.
	        
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