Kapitel I. Die Physiokraten.
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2. die Austeiler der von der Natur erzeugten Güter im Interesse
der Allgemeinheit, die Verwalter der Gesellschaft zu sein 1 );
3. die Muße ihres Lebens dazu zu verwenden, der Gesellschaft
unentgeltlich all jene Dienste zu leisten, deren sie nicht ent
behren kann;
4. die Gesamtheit der Steuern, wie wir sehen werden, zu
zahlen, und
5. vor allem die Landwirte, ihre Pächter, zu schützen und sie nicht
zu bedrücken, indem sie ihnen mehr als den Reinertrag abnehmen.
Allerdings gehen die Physiokraten nicht so weit, von dem Besitzer zu
verlangen, ihnen einen Teil dieses Reinertrages zu überlassen, aber
S1 e beschwören ihn, ihnen wenigstens den Betrag ihrer reichlich be
sessenen jährlichen und primären Vorschüsse (avances annuelles
et primitives), zu lassen. Dies ist zwar nicht viel, aber für die da
malige Zeit doch immer etwas. „Ruft nur: Wehe den Besitzern,
''ehe den Herrschern! Wehe allen Ländern, wenn den Landwirten
lese Rückzahlungen genommen werden, wenn die Erde, von deren
Sichtbarkeit alles abhängt, bestohlen wird! — . . Überzeugt Euch
"°hl, daß das Los dieser kostbaren Menschen, die ihren Besitz oder
en Anderer bearbeiten, Niemandem gleichgültig sein kann . . ., daß
a j es > was sie bedrückt, erniedrigt, beeinträchtigt, beraubt, der Ge
sellschaft die tiefsten Wunden schlägt, daß alles, was sie erheben,
a es, was zu ihrem Wohlsein, ihrer Befriedigung, ihrem Reichtum
eitragen würde, eine Quelle des Glücks für sämtliche Klassen ist“ 2 ).
?, er Hübe hält, tut das nützlichste, was ein Privatmann überhaupt auf Erden tun
kai * (Baudbau).
e ) >,Bie Reichen sind die Verwalter der Ausgaben, mit denen sie die Arbeiter
nnen; sie würden die Letzteren sehr schädigen, wenn sie, um diese Ausgaben
er sparen, arbeiteten“ (Quesnay I, S. 193).
str Baudeau, S. 835, 839. Auch Mekciee de la RivijSee schreibt nicht weniger
den ”® s lst bei Strafe der Vernichtung der Erzeugnisse und der Gesellschaft
Zu m Großgrundbesitzer und Jeder menschlichen Macht verboten, etwas von dem Teil
nehmen, der von den Produkten beiseite zu setzen ist. um diese Vorschüsse
kiin U ZU mac l i en“ (S. 467). Wenn sie die Geschichte Irlands hätten voraussehen
? en > so würden sie dort eine bemerkenswerte Bestätigung ihrer Ansichten ge-
me n haben.
hahen^ r ' r erillnern Jedoch hierbei, worauf wir schon oben (S. 25, Anm. 1) hiugewiesen
der i? die Physiokraten, wenn sie von dem Recht des Landwirtes auf einen Teil
empj^ 1 '% n isse sprechen, nur die Pächter und Halbscheidpächter, aber nicht die lohn-
gnjj , n ^ en .^ ei1 landwirtschaftlichen Arbeiter im Auge hatten; für die letzteren be-
Man w Si . e S1C E die Forderung aufzustellen, daß sie reichlich zu leben haben sollten,
zu re i a Sle s °gar im Verdacht gehabt, als ob sie befürchteten, die Arbeiter möchten
op. 0 j t T lcl1 zu leben haben, da sie daun mit arbeiten aufüören würden (vgl. Wkolersse,
führt et passim). Diese Beschuldigung erscheint aber ungerecht. Wbulbbssb
Presser 6 ; S * ^°rte Quesnay’s an, mit denen er gegen die „Behauptung der Br-
’ a “ die Bauern arm sein müssen, um sie am faulenzen zu hindern,“ protestierte.