Full text : Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Erstes  Buch.  Die  Begründer.

■Verwaltung,  Verwaltung  der  großen  Handelsgesellschaften,  Merkantilsystem, ­
  Geldorganisation,  Steuern.  Er  tut  dies,  indem  er  überall  in
vollständiger  Beherrschung  des  wissenschaftlichen  Materials  ein  so
sicheres,  gleichmäßig  abwägendes  Urteil  anwendet,  daß  er  ohne  Mühe
überzeugend  wirkt.  Die  Tatsachen  fügen  sich  den  Gedankengängen,
die  Beispiele  den  Beweisführungen  zwingend  ein,  und  er  belehrt,
indem  er  überzeugt.  All  dies  ohne  Schwerfälligkeit,  ohne  gewichtigen
logischen  Apparat,  ohne  durch  eintöniges  Wiederholen  Eindruck
erzielen  zu  wollen,  mit  einer  sicheren  Einfachheit,  die  jeden  Skeptizismus ­
  ausschließt.  Denn  über  allen  seinen  Schriften  liegt  ein  Hauch
wärmster  Menschenliebe,  die  seine  Worte  oft  zu  einer  glänzenden
Beredsamkeit  steigert.  Diese  seltenen  Eigenschaften  haben  dem
alten  Buche  einen  großen  Teil  seiner  Frische  bewahrt.
b)  Andererseits  hat  Smith  seinen  Vorgängern  alle  ihre  bedeutenden
Ideen  entnommen,  um  sie  in  ein  allgemeineres  System  zu  fassen.  Indem
er  über  sie  hinausging,  machte  er  sie  überflüssig,  weil  er  an  Stelle
ihrer  fragmentarischen  Ansichten  eine  wirkliche  soziale  und  ökonomische ­
  Philosophie  setzte.  So  erhalten  diese  Ansichten  in  seinem
Buche  einen  ganz  neuen  Wert.  Anstatt  isoliert  zu  bleiben,  dienen
sie  jetzt  dazu,  eine  allgemeine  Auffassung  zu  stützen,  und  sie  selbst
werden  dadurch  in  schärfere  Beleuchtung  gerückt.  Smith,  wie  fast
alle  großen  Schriftsteller,  hat  sich  viel  von  seinen  Vorgängern  und
Zeitgenossen  aneignen  können,  ohne  daß  seine  Ursprünglichkeit  gelitten ­
  hätte.  Sein  Werk  zitiert  und  verarbeitet,  nicht  immer  unter
Namensnennung,  mehr  als  100  Schriftsteller.  Die  Namen  einiger
von  ihnen,  die  den  meisten  Einfluß  auf  ihn  gehabt  zu  haben
scheinen,  oder  deren  Wegen  er  gefolgt  ist,  verdienen  hervorgehoben
zu  werden.
Unter  ihnen  nimmt  vielleicht  Hutcheson,  Professor  der  Moralphilosophie ­
  auf  demselben  Lehrstuhl,  den  Smith  späterhin  an  der
Universität  zu  Glasgow  einnehmen  sollte,  die  erste  Stelle  ein.  Smith
folgt  ihm  soweit,  daß  er  ihm  teilweise  sogar  die  Einteilung  seiner
eigenen  Vorlesungen  entnimmt.  Das  ist  aber  nicht  alles.  Viele  der
bekanntesten  Theorien  Smith’s  finden  sich  in  ihren  Anfängen  bei
seinen  Vorgängern.  Hutcheson  legt  in  seinem  „System  of  moral
p  h  i  1  o  s  o  p  h  y“  (1755  veröffentlicht,  aber  viel  früher  verfaßt)  der  Arbeitsteilung ­
  bereits  eine  ganz  außerordentliche  Bedeutung  bei;  in  bezug
auf  Wertschwankungen  und  Ursprung  des  Geldes,  in  bezug  auf  das
Getreide  und  die  Arbeit,  als  konstantere  Wertmasse  angesehen,  bringt
er  Betrachtungen,  die  denen,  die  man  über  diese  Gegenstände  in  der
Wealth  of  Nations  findet,  sehr  ähnlich  sind.
Neben  Hutcheson  muß  man  David  Home  erwähnen.  Smith  nennt
ihn  an  einer  Stelle  den  „unvergleichlich  berühmtesten  Philosophen  und
            
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