Kaffenvereins übertragen ist. Auch im neutralen Auslande sind
gewisse Banken bestimmt, an welche die dort befindlichen Effekten
im Besitz von Reichsdeutschen zu senden sind, damit sie zur Ver
fügung des Reichsbankdirektoriums gehalten werden. Die Art
ihrer Verwendung ist natürlich nicht bekannt. Die ganze Maßregel
ist, ebenso wie die Goldablieferung, eine freiwillige, doch wäre
eine Beschlagnahme an sich durchaus möglich. In welcher Weise
diese Effekten nach Friedensschluß als Grundlage für die Aufnahme
einer Anleihe verwendet werden könnten, soll heute noch nicht er
örtert werden.
Bisher haben diese Maßregeln auf die löebung des Kurses
der deutschen Valuta noch nicht wesentlich eingewirkt. Vielmehr
sind als Folge ihres bis zum Sommer 1917 fortgesetzten Sinkens
verschiedene ungünstige Erscheinungen auf deni Gebiete des Effekten
marktes zu verzeichnen. Dahin gehört der Zwang, für im Auslande
aufgenommene Kredite die Effektendeckung immer wieder
zu erhöhen. Infolgedessen wanderten im ersten löalbjahr 1917
wieder Millionen deutscher Effekten, meist Pfandbriefe oder An
leihen der Einzelstaatein ins Ausland, Kriegsanleihen werden in
der Regel dafür nicht angenommen. Inwieweit dieser Effekten-
export wirklich dem Zwecke der Kreditaufnahme oder der Rach-
deckung eingeräumter Kredite dient lind ob nicht oft eine dauernde
Vermögensabwanderung damit bezweckt ist, läßt sich natürlich
nicht feststellen. Auch hier wären einheitliche Bestimmungen und
schärfere Überwachung erforderlich. Auch die Effektengeschäfte der
Banken (Konto-Meta-Geschäfte) sind ganz ungehindert, obgleich
keinerlei Gewähr besteht, daß sie immer im deutschen Interesse
erfolgen.
Wie fthr die fortwährenden Nachdeckungen für gewährte
Kredite im Ausland schwächere Schuldner, die kein großes mobiles
Vermögen haben, belasten, wie viele Kredite gekündigt werden
und wie viele der hingegebenen Deckungen verfallen, kann man sich
denken. Ebenso, was es für die deutsche Volkswirffchaft bedeutet,
wenn jetzt z. B. in der Schweiz für 40 Franken Kredit 100 Mark
Deckung in erstklassigen Effekten verlangt werden. Wenn eine
Schuld erneuert werden muß, geschieht das natürlich nur zu sehr
ungiinstigen Bedingungen, Erhöhung des Zinsfußes, bis zu O 1 /* 0 /«),
erhebliche jährlich zu zahlende Abschlußprovisionen, hohe Ver-
mittlergebühren usw. Ulrich suchen Vermittler ausländischer Banken,
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