Full text: Wesen und Weg der Sozialisierung

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schied ein Feldherr auf Grund irgendwelcher „Kriegseinheiten“, wo 
hin er seine Kanonen, seine Trains, seine Soldaten dirigieren solle? 
Entschied er auf Grund irgendwelcher „Schießeinheiten“, welche 
Mengen an Granaten, Minen, Kleinmunition usw. er auf bestimmte 
Punkte schleudern solle? Wir werden eben Erzeugung und Ver 
brauch, die Verteilung von Wohnung, Nahrung, Kleidung, Bildung, 
Arbeit und Mühsal usw. in ähnlicher Weise durch unmittelbare Be 
trachtung der verschiedenen Möglichkeiten zu bestimmen haben. Wer 
davor zurückschreckt, möge seine Hände von der Sozialisierung lassen. 
Es ist kindlich, zu glauben, man könne eine der gewaltigsten Um 
gestaltungen aller Zeiten durchführen helfen, ohne mit der Überliefe 
rung in entscheidenden Punkten zu brechen. 
Ebenso, wie w r ir den Wirtschaftsplan als Ersatz für einen 
„Wirtschaftlichkeitsanzeiger“ einführen, müssen wir auch einen „An 
reizersatz“ schaffen. An die Stelle des Reingewinns muß die Prämie 
für erhöhte Leistung treten. Daß es nicht leicht fällt, die 
Leistung leitender Persönlichkeiten entsprechend zu beurteilen und zu 
belohnen, unterliegt keinem Zweifel. Die ausschlaggebenden Menschen 
wirken auch im allgemeinen nicht ausschließlich um solchen Erfolges 
willen, wohl aber ein großer Teil der Betriebsleiter. Es muß die 
Methodik der modernen Betriebslehre auch auf diese Gebiete zur 
Anwendung kommen. Was die Rationalisierung der Arbeit innerhalb 
eines Einzelbetriebs leistet, das wird sie eben auch innerhalb des 
Riesenbetriebes „Volkswirtschaft“ zu leisten haben. Tech- 
nisch im einzelnen beurteilbare Erfolge werden entsprechend belohnt 
werden. Der Leiter eines Betriebes innerhalb einer sozialisierten Wirt 
schaft würde aber nicht nur Prämien dafür bekommen, daß er viel 
erzeugt und die Rohstoffe sparsam verwendet, sondern auch dafür, daß 
er Arbeitsverhältnisse verbessert, die Krankheitsziffer der Arbeiter 
herabdrückt usw. 
Diese Gestaltungsform fügt sich der Sozialisierung aufs beste ein, 
welche vor allem auch als Technisierung aufzufassen ist. Tech 
niker, Ärzte und Volkswirte werden in gemeinsamer Arbeit 
durch unmittelbare Verwendung aller Errungenschaften der Technik, 
der Medizin und der gesellschaftlichen Organisation das Glück aller 
zu fördern haben. Wenn einmal die freie Verkehrswirtschaft ge 
brochen und die sozialisierte Wirtschaft an ihre Stelle getreten ist, 
dann bedeutet die Durchführung des Taylorsystems, die allgemeine 
Einführung der wissenschaftlichen Betriebsführung, nicht mehr, wie 
bisher, Bedrückung der Arbeiterschaft, nicht möglicherweise Massen
	        
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