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konnte. In dem Streben, die ihr anvertrauten Gelder möglichst nutzbringend
anzulegen, und zur Förderung Politischer Zwecke ließ sich die Bank zu
einem Schritt verleiten, der sich bald bitter rächen mußte, da er gegen das
oberste Gesetz der Bankpolitik verstößt: Sie hatte einen großen Teil der ihr
zur Verfügung stehenden Kapitalien, etwa 10 Millionen Taler, als hyp othekarische
Darlehen weggegeben.
1806, in dem Unglücksjahre Preußens, kam es zur Katastrophe: Die
Depositen wurden von der Bank, die inzwischen, zur Bequemlichkeit ihrer
Kunden, an 12 Orten Filialen errichtet hatte, zurückgefordert. Vergeblich
aber versuchte die Bankverwaltung die von ihr auf Hypotheken ausgeliehenen
Gelder zurückzuerhalten. Große Verluste — alles in allem gegen 7 1 / 3 Mill.
Taler — entstanden für die Bank, hauptsächlich auch dadurch, daß die warschauisch-sächsische
Regierung auf Grund der mit Napoleon 1808 zu Bayonne
abgeschlossenen Konvention zahlreiche ausstehende Forderungen der Bank
konfiszierte. Der mit der Leitung des Instituts beauftragte Präsident
Friese war bestrebt, das bei seinem Amtsantritt (1817) vorgefundene
Defizit von etwa 7,2 Mill. Taler möglichst schnell zu beseitigen, was ihm
und seinem Nachfolger, dem Minister Rother, auch gelungen ist.
Mit der Ausgabe von Kassenscheinen zu 100 Taler, wie sie
bis 1808 bereits im Umlauf waren, wurde 1820 wieder begonnen.
Neben den Noten der Kgl. Giro- und Lehnbank finden wir im 3. und
4. Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts bereits Noten von Privatinstituten:
1824 wurde der K a s s e n - V e r e i n in Berlin, 1833 die Ritterschaftliche
Privatbank in Stettin, 1834 dieBayerischeHyPotheken-
und Wechselbank in München und 1838 dieLeiPziger
Bank in Leipzig gegründet.
Die Errichtung der Anhalt-Dessauischen Landesbank gab
Preußen Veranlassung, seine Zettelbank so umzugestalten, daß sie die Konkurrenz
neuer Notenbanken nicht zu scheuen brauchte. Die Regierung
wollte die Vorteile einer großen Staatsbank genießen, ohne aber geldliche
Opfer zu bringen. Die aus der Kgl. Giro- und Lehnbank hervorgegangene
PreußischeBank trat am 1. Januar 1847 ins Leben. Sie war, abgesehen
von dem vom Preußischen Staate geleisteten Einschuß von 1 Million
Taler, mit Privatkapital ausgestattet: 10 000 Anteile zu 1000 Taler
wurden ausgegeben. Die bisherigen Beamten und Angestellten der Kgl.
Giro- und Lehnbank traten in das neue Institut über und blieben Staats-