Full text : Geld-, Bank- und Börsenwesen

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2.  Banken,  bie  langfristigen  Kredit  gewähren:
a)  Hypothekenbanken,
b)  Landschaften  und  Stadtschaften,
c)  Grundrentenbanken,
d)  Finanzierungsgesellschaften.
Als  Kreditgeber  für  langfristigen  (Hypothekar-)  Kredit  kommen  weiter
in  Betracht:
a)  die  Versicherungsgesellschaften,
b)  die  sozialen  Versicherungsanstalten,
c)  die  Sparkassen.
Als  Kreditnehmer  sind  die  Sparkassen  zunächst  für  die  minderbemittelten ­
  Klassen  geschaffen  worden,  die  ihre  Spargelder  dorthin
bringen  sollen.
Schon  die  Hamburger  Sparkasse  wurde  1787  geschaffen  „zum  Nutzen  geringer,
fleißiger  Personen  beiderlei  Geschlechts,  als  Dienstboten,  Tagelöhner,  Handarbeiter, ­
  Seeleute  usw.,  um  ihnen  Gelegenheit  zu  geben,  auch  bei  Kleinigkeiten
etwas  zurückzulegen".  Ähnlich  heißt  es  im  Preußischen  Sparkassenreglement ­
  vom  12.  Dezember  1838:  „Es  ist  daraus  zu  achten,  daß  dte
Einrichtung  selbst  hauptsächlich  aus  das  Bedürfnis  der  ä  r  m  e  r  e  n  Klassen,
welchen  Gelegenheit  zur  Anlegung  kleiner  Ersparnisse  gegeben  werden  soll,  berechnet ­
  und  der  Veranlassung  zur  Ausartung  der  Anstalt  vorgebeugt  werde."
Da  die  öffentlichen  Sparkassen  —  nur  von  diesen  ist  hier  die  Rede,
nicht  auch  von  Instituten,  die  auf  Erwerb  gerichtet  sind  und  die  sich  mitunter
ebenfalls  „Sparkasse"  nennen  —  keine  Erwerbsinstitute  sind,  war  der  Zinsfuß,
zu  dem  sie  Einlagen  annahmen,  nur  etwa  s / 4  %  niedriger  als  der  Zinssatz,  den
sie  selbst  durch  Anlage  ihrer  Gelder  in  sicheren  Werten  erzielten.  Er  betrug  in
Deutschland  etwa  3—3 3 / 4  °/o,  ist  dann  in  der  Nachkriegszeit  erheblich  gestiegen
und  heute  wieder  auf  etwa  4°) 0  angelangt.  In  neuerer  Zeit  benützen  einige
Kommunen  ihre  Sparkassen,  um  sich  selbst  niedrig  verzinsliche  Darlehen  zu
verschaffen.
Am  1.  Januar  1327  betrug  der  Spareinlagebestand  der  deutschen ­
  Sparkassen  3090,5  Millionen  RM,  der  G  i  r  o-,  Scheck  -,  Kontokorrent- ­
  und  Depositeneinlagebestand  1123,6  Millionen  RM.
Die  Öffentlichkeit  hat  sich  gerade  in  letzter  Zeit  eingehend  mit  Sparkassenfragen ­
  beschäftigt,  denn  die  Frage  derNeubildungvonSparkapital
  ist  wichtig  für  das  gesamte  deutsche  Wirtschaftsleben.  Auch  auf
dem  „Allgemeinen  deutschen  Sparkassen-  und  Kommunalbankentag"  in
Köln,  den  in:  Juli  1925  der  Deutsche  Sparkassen-  und  Giroverband  (dem
            
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