Full text : Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland

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Piotrkow  und  in  der  verkehrspolitisch  wie  strategisch  wichtigen  Provinz
Sjedlez  ist  gleich  dem  benachbarten,  auf  ähnlicher  Struktur  aufgebauten
Gouvernement  Grodno  auch  die  Lage  der  Städte  zu  den  Bahnen  vorteilhaft, ­
  entsprechend  dein  günstigen  Verhältnis  der  Eisenbahnlänge  zum
Flächenraum  und  zur  Bevölkerung.  .Wie  die  Städte  der  polnischen
Grenzgouvernements,  man  möchte  sagen  systematisch,  vernachlässigt
wurden,  so  auch  die  der  litauischen  Grenzprovinz  Kowno,  in  der  Städte
wie  Wilkomir  (15,000  Einw.),  Rossieny  (12  000  Einw.)  und  Telschi,
von  denen  die  beiden  letzteren  die  Hauptorte  der  Ostpreußen  benachbarten ­
  Kreise  sind,  noch  keine  Bahn  haben.  Wesentlich  günstiger
sind  die  Verkehrsbedingungen  der  Städte  in  den  Ostseeprovinzen,  namentlich ­
  in  Livland  und  Esthland,  während  in  Kurland  u.  a.  die  Deutschordensstadt ­
  Goldingen  (11  000  Einw.)  von  den  nächsten  Bahnstationen
~  37,  44  und  52  W  entfernt  liegt.  Selbst  in  dem  industriell  und  landwirtschaftlich ­
  entwickelten  Großrußland,  in  dem  auch  das  Eisenbahnnetz
eine  verhältnismäßige  Dichte  erlangt  hat,  entbehren  noch  heute  viele
größere  Orte  eines  Bahn  Verkehrs.  So  gibt  es  im  Herzland  des  Russischen
Reiches,  im  Gouvernement  Moskau,  unter  den  16  Orten  über  5000  Einwohner ­
  noch  5  ohne  Bahnverbindung,  und  in  der  Oreler  Provinz  liegt
die  Hälfte  der  Städte,  darunter  das  stattliche,  über  20  000  Einwohner
zählende  industrielle  und  handeltreibende  Bolchow  —  dieses  mehr  als
30  W  —  abseits  der  Eisenbahn.  Auch  in  den  Gouvernements  der  Schwarzerde ­
  genügen  die  vorhandenen  Bahnen  bei  weitem  nicht  den  Bedürfnissen
der  größeren  Siedlungen.  Im  Gouvernement  Pensa,  das  in  den  letzten
Jahrzehnten  einen  überraschenden  Aufschwung  genommen  hat  und
das  von  den  beiden  großen  aus  Zentralrußland  zur  Wolga  (Sibirien)
führenden  Bahnen  durchschnitten  wird,  liegen  nur  2  Städte  (Pensa  und
Saransk)  an  der  Bahn,  11  dagegen  bahnfern,  von  reichlich  10  W  (Troizk)
bis  zu  50.  Das  dicht  bevölkerte  Gouvernement  Kiew  (über  90  Einwohner ­
  auf  den  qkm)  hat  unter  seinen  16  größereu  Städten  7  bahnlose.
Auch  in  den  pontischen  Gouvernements  läßt  die  Verknüpfung  der  Orte
unter  sich,  mit  Ausnahme  der  industriell  entwickelten  Provinz  Jekaterinoslaw,
  noch  sehr  viel  zu  wünschen  übrig.  So  fehlt  13  von  20  Städten
des  Gouvernements  Cherson,  9  von  den  15  bessarabischen  (darunter
4  Städten  über  20  000  Einw.)  jedwede  Bahnverbindung.  Gewiß  ist
manchen  Orten  durch  ihre  Lage  am  Meere  wenigstens  die  Möglichkeit
des  Schiffsverkehrs  gegeben,  während  sie  eine  gute  Verbindung  landeinwärts ­
  noch  vermissen.  Im  östlichen  Rußland,  namentlich  im  Stromgebiet ­
  der  Wolga,  ist  häufig  auch  für  die  größeren  Orte  die  Anlage  von
Bahnen  verhältnismäßig  nicht  so  dringend,  da  sie  wenigstens  für  den
größeren  Teil  des  Jahres  ausgezeichnete  Schiffahrtsgelegenheiten  haben.
So  ist  die  Tatsache,  daß  von  den  7  Städten  über  5000  Einwohner  des
Gouvernements  Kasan  nur  die  Hauptstadt  durch  eine  Bahn  verbunden ­
  ist,  nicht  so  ungünstig  zu  veranschlagen,  da  die  anderen
            
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