Full text: Bilanztechnik und Bilanzkritik

Kritik der Schulden. 
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Die Einstellung des amortisierten Betrages auf die Aktiv- 
Seite (Passiva ganzer Anleihebetrag) ist zwar nicht unstatthaft, 
aber ungeschickt und unlogisch. 
Die Analyse der fremden Mittel zeigt, wie sehr dieser Teil 
der Kapitalbeschaffung von der Art und dem Umfang des Ge<- 
schäftsbetriebes, dem Gegenstände der Unternehmung und noch 
anderen wirtschaftlichen und rechtlichen Verhältnissen abhängig 
ist. Bei Handelsunternehmungen tiberwiegen naturgemäß die 
Warenschulden — Buch- und Wechselschulden —; die Bank 
schulden dienen der Zahlungsausgleichung und auch zur Be 
schaffung von Geld. Bei industriellen Unternehmungen treten 
die Anlageschulden, bei Kapitalgesellschaften die Anleiheschul 
den in den Vordergrund. Hypothekenbanken beschaffen sich 
die zum Betriebe des Hypothekengeschäfts notwendigen Mittel 
fast ausschließlich durch Pfandbriefe 1 ). 
Für Kreditbanken ist charakteristisch, daß erhebliche Teile 
der fremden Gelder der Bank infolge der Initiative Dritter 
Zuströmen, die Depositen- und die Girogelder, während im all 
gemeinen Schulden der Initiative des Schuldners entspringen. 
Waren- und Geldschulden sind ihrem Verwendungszwecke vor 
ihrer oder durch ihre ontrahierung bestimmt; die Kritik hat 
£u untersuchen, ob die Zunahme dieser Art fremder Leihkapi 
talien im Verhältnis zur Größe des Betriebes, zum Ertrag, zur 
Ilmsatzmöglichkeit steht, usw. 
Für Leihkapitalien, die infolge der Initiative des Geld 
gebers in den Besitz des Unternehmers gelangen, muß diese 
erst nutzbringende Anlage und zweckentsprechende Verwendung 
suchen. Die Kritik wird ermitteln müssen, ob die Verwendung 
solcher Gelder eine sichere ist, die die Interessen der Gläubiger 
wahrt. 
Die Rückzahlungsfrist des Leihkapitals entspricht seiner 
Verwendung. Man baut mit kurzfristigen Schulden 2 ) beispiels 
weise keine Anlagen, aber man kann Betricbsschulden auf An 
lagevermögen sicherstellen. Je größer die Betricbsschulden, 
d. h, die kurzfristigen Kreditkapitalien sind, desto größer sollen 
3 ) Vgl. die Bilanzschemata in der Privatwirtschaftslehre, § 60. 
•) Bei schwankenden Erträgnissen ist eine hohe Anleiheschuld nicht 
erwünscht.
	        
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